Auf dem Football-Feld sind die New England Patriots in diesem Jahrtausend die Überflieger. Nun setzen sie auch in der Luft neue Maßstäbe. Der amtierende Super Bowl-Champion hat sich als erstes NFL-Team zwei eigene Flugzeuge gegönnt.

Im Frühjahr hat der Klub zwei Großraum-Jets der Marke Boeing 767 gekauft – und sie nach eigenen Vorstellungen in den letzten Monaten kostspielig umbauen lassen. Im Inneren gibt’s nun über 200 First-Class-Sitze mit besonders viel Bein-Freiheit. Viele von denen lassen sich auch noch komplett zurücklehnen. Schließlich sollen Tom Brady, Rob Gronkowski & Co. ja erholt und entspannt bei ihren Auswärtsspielen ankommen. Jeder Team-Angestellte hat seinen festen Platz. Brady beispielsweise sitzt neben Wide Receiver Matthew Slater.


Oh my. ✈️ ????? ?: Steven Senne/AP

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Lackiert sind die beiden Super-Flieger in den Patriots-Farben nautisches Blau, Rot, New Century-Silber und Weiß. Zudem prangt das Team-Logo auf den Außenseiten und auf den Turbinen. Am Heck kleben die fünf gewonnenen Vince Lombardi-Trophäen. Soll ja schließlich jeder sehen, dass man Erfolg hat…

Die Patriots haben 10 Mio. Dollar investiert

Neupreis dieser Flugzeuge: 200 Millionen Dollar pro Stück! Die Patriots haben aber auf dem „Gebrauchtmarkt“ zugeschlagen und Gerüchten zufolge für beide Flieger zusammen rund 10 Mio. Dollar hingeblättert. Ein Geschäft, das sich schnell rentiert. Es heißt, NFL-Teams würden pro Saison etwa 4 Mio. Dollar für ihre Charter-Flüge blechen. Nur in der Regular Season wohlgemerkt. Playoff-Reisen sind da noch nicht mit einberechnet.

Die beiden Flieger haben extra große Benzin-Tanks, die es ermöglichen, bis zu zwölf Stunden nonstop unterwegs zu sein. Macht Sinn. Schließlich müssen die New England Patriots ja unter anderem am 19. November auch zum NFL-Duell gegen die Oakland Raiders nach Mexiko City kommen. Eine Zwischenlandung frisst Zeit.

Regelmäßig zum Einsatz kommt erst mal nur eine Maschine (hat das Luftfahrt-Kennzeichen „N36NE“). Sie wurde auf den Namen „AirKraft“ getauft. Angelehnt an den Namen von Patriots-Besitzer Robert Kraft. Der milliardenschwere Unternehmer hat die „Luft-Taxis“ schließlich auch bezahlt. Das zweite Flugzeug dient als Backup, falls beim anderen mal technische Probleme auftreten.

„Wir haben uns dazu entschieden, uns eigene Flugzeuge zuzulegen, weil normale Charter-Maschinen meist nicht die benötigte Kapazität haben, um so viele Menschen und so viel Gepäck zu transportieren, wie es für uns nötig ist. Wir wollen das Reisen für alle so angenehm wie möglich gestalten, damit alle in ihren Jobs Bestleistung bringen können“, sagt Jim Nolan, der Chief Operating Officer der „Kraft Sports Group“. Boss dieses Imperiums ist Kraft, dem neben den New England Patriots u. a. auch das Gilette Stadium und das US-Fußball-Team New England Revolution gehört.

Samstag geht’s im Jet zu den Jets

Homebase der beiden Patriots-Flugzeuge ist der T. F. Green Airport in Providence im US-Bundesstaat Rhode Island. Von hier aus startete auch der „Jungfernflug“. Am 4. Oktober flogen Brady & Co erstmals in ihren eigenen Flugzeugen zum Auswärtsspiel bei den Tampa Bay Buccaneers – und kehrten mit einem 19:14-Sieg im Gepäck zurück. Übermorgen ist Boarding für die Partie Sonntag bei den New York Jets.

Patriots-Präsident Jonathan Kraft (ein Sohn von Robert): „Der zusätzliche Platz im Flugzeug erlaubt uns, gut ausgeruht und besser vorbereitet in unsere Auswärtsspiele zu gehen. Es geht um Geschwindigkeit und Effizienz. Vor allem, wenn wir nach einem Spiel eine Stadt verlassen. Nur einen Raum zu haben, der dein Raum ist, den du die ganze Zeit kontrollieren kannst, ist ein großer Vorteil.“

Wir sollten uns also alle darauf einstellen, dass die Patriots in Zukunft zu noch mehr Siegen düsen…

 

Foto-Quelle: Instagram

 

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Kucze
Geschrieben von Kucze
15 Jahre Sport-Redakteur (BZ, BILD, BamS) * jetzt selbstständig * NFL-Fan seit 2001 * Buch-Autor "NFL Boulevard" * Groundhopper