Die NFL Offseason ist lang. Und sie hat gerade erst begonnen… Um euch die footballfreie Zeit zu verkürzen, hat unser Carsten Spengemann hier ein paar Film- und Serien-Tipps für euch.

Die Auswahl an Football-Filmen ist riesig. Daher habe ich es mal wie Aschenbrödel gemacht und die Guten von den restlichen Werken getrennt. Hier sind meine Lieblingsstreifen:



An jedem verdammten Sonntag

Dieser Film ist ein Muss für jeden, der Football mag oder liebt. Denn er zeichnet ein gutes Bild vom „Geschäft“, das uns die Spieltage präsentiert. Jamie Foxx am Anfang seiner Karriere. LL Cool J, Cameron Diaz oder der großartige Al Pacino – sie alle spielten im Jahre 1999 so mitreißend, dass man wirklich von einem Meilenstein der Filmgeschichte sprechen kann und muss. Dass Oliver Stone, der sowohl Regie geführt als auch das Drehbuch geschrieben hat, im Cast sogar den einzigartigen #56 LT und den legendären Runningback der Browns, Jim Brown, etablieren konnte, passt zu diesem Meisterwerk wie die Faust aufs Auge.

Hier seht ihr einen Vorgeschmack.


Unbesiegbar

Auch wenn Mark Wahlberg privat ein bekennender und leidenschaftlicher Anhänger der Patriots ist (und gerne mal das ein oder andere Spiel zu früh verlassen hat), so kam dieser Film in seiner Karriere genau zur richtigen Zeit. Mister ehemals Marky Mark spielt Vince Papale. Die Verfilmung einer wahren Geschichte zeigt einen vom Schicksal gebeutelten – in der Rezession ums Überleben kämpfenden – Lehrer, der seinen Job und seine Frau verliert und sich als Barmann durchschlägt. Nur seine Begeisterung für die Philadelphia Eagles hält seine Hoffnung aufrecht. Was damals eigentlich nur als PR-Aktion geplant war, kristallisierte sich dann als die Chance seines Lebens heraus. Ein für jeden Fan offenes Training vor der Saison.

Mehr Infos.


Friday Night Lights

Die texanische Kleinstadt Odessa mit ihrem High School Team ist der Mittelpunkt dieses Machwerks in dem u. a. Billy Bob Thornton brilliert. Träume, Hoffnung und Schicksale auf der letzten Stufe vor dem ersehnten College-Stipendium sind so ergreifend dargestellt, das jede einzelne der 157 Minuten ein Genuss ist. 

Zum Trailer.


The Express

Absolut sehenswerter Film über das Leben von Ernie Davis. Dem ersten Afro-Amerikaner, der die Heisman Trophy gewann und über Syracuse den Weg in die NFL zu den Browns schaffte. Mit seinem großartigen Laufstil hatte er sich den Spitznamen „The Express“ mehr als verdient.

Hier erfahrt ihr mehr.


My all American

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Auch wenn Freddie Steinmark hierzulande den Wenigsten ein Begriff sein dürfte, so hat er dem Football in den USA einen großen Stempel aufgedrückt. Sein steiniger Weg zu einem College-Stipendium bei den Texas Longhorns, den er mit Herz und Kampfgeist bestritten hat, ist Grundlage für diesen echt mitreißenden Film aus dem Jahre 2015.

Hier entlang.


American Wildcats

Wer die 80er Jahre mochte und seinen Humor in den Komödien dieser Zeit wiederfindet, dem möchte ich diesen Klassiker wärmstens ans Herz legen. Goldie Hawn spielt Molly. Und diese Dame träumt davon, in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters zu treten und ein Highschool-Football Team zu trainieren. Doch als das klappt, gerät sie in einen waschechten und für den Zuschauer unterhaltsamen Albtraum.

Hier könnt ihr ihn ausleihen oder kaufen.


Gegen jede Regel

Im Jahre 1971 wird in der Kleinstadt Alexandria im Süden der USA eine politsische Entscheidung in die Tat umgesetzt, die an Explosivität nicht zu überbieten war. Eine rein schwarze und eine rein weiße Schule wurden zusammengelegt, da das Kultusministerium verordnet hatte, dass an der High School erstmals Schüler beider Hautfarben gemeinsam unterrichtet werden sollen. Herman Boone als erster Afro-Amerikaner soll dazu auch noch den weißen, erfolgreichen Hauptübungsleiter Bill Yoast als Football-Coach ersetzen. Sowohl Denzel Washington, sein Gegenüber Bill Patton als auch jeder einzelne der jungen Schauspieler zeigen, warum sie zu den Besten ihres Handwerks gehören.

Neugierig?


Meine Lieblingsserien

Natürlich müsste jetzt noch ein „und, und, und“ kommen. Aber wie ich eingangs ja schon schrieb, ist das nur eine Auswahl meiner Lieblingsfilme rund um das braune Lederei. Für alle, die es in der NFL Offseason gern dokumentarischer haben und die sich auch für die Geschichte und ihre Geschichten rund um die einzelnen Spieler interessieren, muss „A Football Life“ ganz oben auf der Liste stehen. Von Pat Tilman, der seinen gut dotierten Vertag bei den Cardinals aufgab, um seinem Land zu dienen. Über das Leben des „Nigerianischen Alptraums“ bis hin zu Bill „Ich gewinne mal eben ein paar Super Bowls“ Belichick: Hier findet ihr alles aus allen Epochen der NFL. Mein Tip: „2006 Rose Bowl“ und „Brett Favre“. Die Reihe ist sogar für Amazon Prime Kunden ohne Extrakosten in großer Auswahl zu bekommen.

Was das Warten auf Anfang September auch angenehmer macht, ist die Tatsache, dass es bei Amazon sogar die Reihe „Americas Game“ gibt, bei dem wir die Auswahl zwischen diversen Superbowl haben. Vom 2000er Sieg der Ravens bis hin zum Titel der Patriots vor zwei Jahren gewährt die NFL zusätzlich zum Spiel hier Einblicke rund um das Spiel der Spiele. 

Und wer jetzt sagt, ich würde nur an die Amazon-Kunden unter Euch denken, der irrt sich. Denn auch Netflix hat hierzulande zwei tolle Football-Serien im Program. Die Erste ist natürlich ganz klar „Last Chance U“. Die zwei verfügbaren Staffeln über das East Mississippi Community College zeigen die harte, raue und ungeschönte Realität über den steinigen Weg, den auch u. a. Super Bowl-Sieger LeGarrette Blount gegangen ist. Allein schon wegen des „leicht“ emotionalen Headcoaches ein Muss.

Die zweite Serie, die der Streamingdienst anbietet, ist „Coach Snoop“, in der wir einen Snoop Dog sehen, der von seinem eigenen Geld eine Liga für Kinder gegründet hat und zusätzlich zu seinem eigenen Einkommen auch ganz viel Herzblut mit einbringt.


Gut, das reicht jetzt natürlich nicht komplett, um alle Sonntage in der NFL Offseason zu überbrücken. Aber es ist ein Anfang. Und da auch die deutsche Football-Saison in den Startlöchern steht, habt ihr ja auch die Möglichkeit, nicht als Stubenhocker zu verkommen. Schnappt euch eine Decke und geht auch mal Football „made in Germany“ schauen. Es lohnt sich!

Grüße, Carsten

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