Im Westen nichts Neues: Die Seattle Seahawks haben mal wieder die NFC West gewonnen und sich damit gleichzeitig ihren Platz in der Postseason gesichert. Während Pete Carroll und seine Mannen als Playoff-Team feststehen, müssen andere Mannschaften noch Leistung abliefern, um im Januar noch Football spielen zu dürfen…

Tennessee Titans @ Kansas City Chiefs

Beide Mannschaften sind heiß und dürfen sich nichts zu Schulden kommen lassen, wollen sie ihre jeweilige Division gewinnen. Kansas hat gezeigt, dass sie genug Playmaker haben, um mit den ganz Großen mitzuhalten. Besonders hervorzuheben ist Travis Kelce. Der Tight End spielte zuletzt wie ein Besessener und will gegen die Titans sein 5. (!) 100 Yard-Spiel in Folge abliefern.


Aber auch die Titans haben – nach einem schwachen Start in die Saison – ihren Blick fest auf die Playoffs gerichtet. Dass sich Marcus Mariota in der Redzone generell keine Fehler erlaubt, hilft den Titans natürlich bei ihrer Mission. Der 2nd overall Pick des letzten Jahres weist in dieser Spielzeit in der Redzone Spitzenwerte auf: 23 von 35 Passes completed, 13 TDs und 0 INTs…

„Are the Chiefs for real?“

Irgendwie fliegen die Chiefs jedes Jahr unterm Radar. Man will ihnen einfach nicht so richtig viel zutrauen, zu langweilig kommen sie daher. Die Offense baut nicht auf Highlights und in der Defense fehlen schrille Typen. Das heißt aber nicht, dass in Kansas City nicht erfolgreich Football gespielt wird! Es gibt in der NFL kein Team, das im Januar gerne im Arrowhead Stadium zu Gast wäre.

Alex Smith ist zwar kein Quarterback, der einen mit der Zunge schnalzen lässt, macht aber dafür auch kaum Fehler. Für die Big Plays sind andere zuständig. Travis Kelce zum Besipiel. Der Tight End hat sich in dieser Saison zum gefährlichsten TE nach Gronkowski entwickelt. Besonders stolz können die Chiefs auf ihre Secondary sein. Marcus Peters, Phillip Gaines und Eric Berry sind allesamt Balldiebe der Extraklasse! Darin liegt auch das Geheimnis des Erfolges der Chiefs: Selbst keine Fehler machen und beim Gegner möglichst viele Ballverluste provozieren.

Am Anfang der Saison wurde die Verpflichtung von DeMarco Murray noch von vielen belächelt, doch der Running Back hat hinter der starken Offensive Line wieder zu seiner Form von 2014 gefunden. Und nicht nur Murray profitiert von der verstärkten O-Line, auch Marcus Mariota kann ganz befreit aufspielen.

Einschätzung

Die Titans machen zur Zeit echt Spaß, aber die Chiefs scheinen momentan auf alles eine Antwort zu haben. Wenn Mariota auf den Ball aufpasst und sich keine Turnover erlaubt, haben die Titans dank ihrer potenten Offense eine Chance. Ich denke trotzdem, dass die Chiefs ein enges Spiel im eigenen Stadion für sich entscheiden werden.

Tennessee 21 – 24 Kansas

Detroit Lions @ New York Giants

Aus irgendeinem Grund scheinen die Giants das Kryptonit der Dallas Cowboys zu sein. Die Defense der Giants hat sich eingespielt und zeigt mittlerweile konstant starke Leistungen. Trotz der starken Defensive und der Siege gegen die Dallas Cowboys, machen die Giants nicht den souveränen Eindruck eines 9-4 Teams. Besonders von Eli Manning und der Offense hat man sich vor der Saison mehr erhofft.

Die Detroit Lions könnten mit ein bisschen Pech auch bei 4-9 stehen. In 12 von bislang 13 Spielen lagen die Lions im vierten Viertel zurück. Aus diesen 12 Rückständen haben Matthew Stafford (er möchte nicht mehr „Matt“ genannt werden) und seine Kollegen acht Siege gezaubert.

My playoff bound #DetroitLions with #MattStafford at the helm.

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„Big Blue vs. Honululu Blue“

Stafford spielt sich seit Wochen in die MVP-Diskussion. Wer hätte gedacht, dass der Abgang von Megatron den Quarterback so beflügelt? Die Defensive ist in Detroit zwar immer noch eine große Baustelle, festigt sich aber langsam und ist anscheinend stark genug, die Lions so lang im Spiel zu halten bis Matt (Ups!) Stafford einen Winning Drive im vierten Viertel abreißt.

Im letzten Spiel gegen die Cowboys hat die Defense der Giants gezeigt, was sie drauf hat. Manchmal lohnt es sich halt doch, die Brieftasche mal ein bisschen weiter aufzumachen. Aber was bei den Lions die Defense ist, ist bei den Giants das Laufspiel. Magere 78,7 Yards bei 3,4 ypc. Und das, obwohl die Gegner den Lauf schon gar nicht mehr Ernst nehmen. Und das schadet vor allem auch dem Passspiel. Gegnerische Verteidigungen planen ihr ganzes Spiel gegen Beckham & Co, wodurch Eli natürlich auch weniger freie Receiver sieht, als ihm lieb ist.

Einschätzung

Für beide Teams ein wichtiges Spiel. Die Giants müssen sich Washington und die Lions müssen sich Green Bay vom Hals halten. So wie die beiden Mannschaften aufgestellt sind, wird das ein ganz enges Spiel und wir haben ja alle gelernt, wie gut Detroit in knappen Spielen ist. Da jedoch die Giants Heimvorteil haben und Odell gegen diese Lions Defense immer für einen TD gut ist, tippe ich auf New York.

Detroit 17 – 20 New York

New England Patriots @ Denver Broncos

Spiele der Patriots gegen die Broncos haben immer einen gewissen Flair. Zwischen den beiden Teams scheint es immer um etwas mehr als nur Sieg und Niederlage zu gehen. Denver ist auch das einzige Team der NFL, das gegen Tom Brady einen Winning Record vorzeigen kann.

Tatsächlich geht es in diesem Spiel um einiges, vor allem für die Broncos. Denver spielt bekanntermaßen in einer Division mit den Chiefs und Raiders und darf sich in den letzten drei Spielen eigentlich keine Niederlage mehr leisten. Die Patriots dagegen wollen unbedingt das letzte AFC Championship Game, indem Brady und seine O-Line mächtig unter die Räder gekommen sind, vergessen machen.

„Von Miller gegen Tom Brady“

Von Miller ist der bestbezahlte Verteidiger der NFL und das völlig zurecht. Mit 13,5 Sacks führt er die Liga in Sacks an und verursacht bei dem einen oder anderen Quarterback Albträume. Ob Brady nach dem letzten Aufeinandertreffen noch immer schlaflose Nächte hat, ist zwar nicht überliefert, aber so richtig freuen wird er sich auf das Wiedersehen auch nicht.

Was allerdings für die Patriots spricht, ist ihr starkes Laufspiel. Daran hat es Ihnen im letzten Jahr gefehlt und genau da ist die Broncos-Defense anfällig. Denver lässt im Schnitt 127,2 Rushing Yards pro Spiel zu. Die Offensive der Patrioten ist auch ohne Gronk unglaublich gefährlich und ist in der Lage auf verschiedenste Arten zu punkten.

Einschätzung

Wenn es ein Team schafft, Tom Brady genug unter Druck zu setzen, um ihn zu Fehlern zu zwingen, dann ist das Denver. Da Brady in diesem Jahr aber ein starkes Backfield und eine funktionierende O-Line um sich weiß, wird es auch für den Passrush der Broncos ganz schwer, den Patriots-Zug zu stoppen.

New England 27 – 20 Denver

Tampa Bay Buccaneers @ Dallas Cowboys

Gibt es ein heißeres Team als die Tampa Bay Buccaneers? Fünf Siege in Folge, unter anderem gegen die Seahawks und Chiefs, stehen für die Bucs zu Buche. In Florida wird von der ersten Playoff-Teilnahme seit 2007 geträumt.

Auf der anderen Seite stehen die Dallas Cowboys. Mit 11-2 halten sie immer noch den besten Record der NFL, aber in den letzten drei Spielen fehlte Ihnen die Leichtigkeit. Woran liegts? Haben die Gegner sich auf den Rookie-Quarterback eingestellt oder ist Zeke etwa müde? Sicher gibt es mittlerweile mehr Film über Dak Prescott und seine Spielweise, aber es ist definitiv zu früh, einen Abgesang auf die Cowboys zu halten.

„Hot and Cold“

Jameis Winston und seine Offense sind heiß gelaufen und werden die nicht immer ganz sattelfeste Secondary der Cowboys auf eine harte Probe stellen. Obwohl die Lobhudelei auf den Quarterback der Buccaneers vollkommen berechtigt ist, ist der eigentliche Star die Denfense. Kaum ein Team spielt härter und zwingt den Gegner zu so vielen Ballverlusten wie die Bucs.

Was haben die schwächeren Leistungen von Prescott und der Dallas-Offense gemeinsam? Richtig, sie kamen alle gegen gute Defensiven zu Stande. Aber abschreiben sollte man Dakota und seine Boys noch nicht. Hätte Dez Bryant den Ball gegen die Giants festgehalten, stände Dallas wahrscheinlich bei 12-1 und niemand würde auch nur ein Sterbenswörtchen über die schwachen Leistungen der letzten Wochen verlieren.

Einschätzung

Die Bucs haben alles, was notwendig ist, um die Cowboys im eigenen Stadion zu schlagen. Mike Evans und Cameron Brate habe gute Matchups und die Defensive spielt so stark wie noch nie. Aber Dallas verliert eigentlich nur gegen die Giants. Wenn Dez Bryant nach seiner Rückenverletzung wieder fit ist, sollten die Cowboys ein sehr knappes Spiel Zuhause für sich entscheiden können.

Tampa Bay 18 – 19 Dallas

 

 

Fotos: Instagram/Twitter

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Remo
Geschrieben von Remo
Kurz und knackig zur Person: - abgeschlossenes Sportmanagementstudium - freier Sportjournalist/-marketer - Social-Media Ratte - 49ers-Fan - Berliner - Herthaner