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24. Oktober 2026

Deutsche NFL-Spieler 2026: Alle Deutschen in der NFL

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In der NFL-Saison 2026 stehen acht deutsche bzw. deutschstämmige Spieler bei NFL-Teams unter Vertrag. Drei davon gehören zum 53er-Kader: Wide Receiver Amon-Ra St. Brown (Detroit Lions), Offensive Lineman Brandon Coleman (Washington Commanders) und Rookie-Tight-End Marlin Klein (Houston Texans). Fünf weitere trainieren im Practice Squad, darunter Kicker Lenny Krieg bei den Green Bay Packers.

Die Liste ändert sich während der Saison ständig, weil Practice-Squad-Spieler entlassen, neu verpflichtet oder in den aktiven Kader befördert werden. Stand dieser Fassung: 24. Oktober 2026. Wir aktualisieren die Seite jedes Jahr nach den Roster Cuts Ende August und zwischendurch, wenn sich etwas bewegt.

Alle deutschen NFL-Spieler 2026 im Überblick

NamePositionTeamStatusWeg in die NFL
Amon-Ra St. BrownWide ReceiverDetroit Lions53er-KaderDraft 2021, 4. Runde (Pick 112)
Brandon ColemanOffensive LineWashington Commanders53er-KaderDraft 2024, 3. Runde (Pick 67)
Marlin KleinTight EndHouston Texans53er-KaderDraft 2026, 2. Runde (Pick 59)
Paul RubeltOffensive TackleTampa Bay BuccaneersPractice SquadUDFA 2026 mit IPP-Status
Lorenz MetzOffensive TackleNew England PatriotsPractice SquadUDFA 2023, IPP 2024
Kilian ZiererOffensive TackleJacksonville JaguarsPractice SquadUDFA 2023, IPP-Status seit 2024
Julius WelschofEdge RusherPittsburgh SteelersPractice SquadUDFA 2024, IPP 2024
Lenny KriegKickerGreen Bay PackersPractice SquadIPP 2025

UDFA steht für Undrafted Free Agent, also einen Spieler, der im Draft nicht ausgewählt wurde und danach einen Vertrag bekommen hat. IPP ist das International Player Pathway Program der NFL, dazu weiter unten mehr. Was ein Practice Squad ist und wie Kader und Gehaltsobergrenze zusammenhängen, erklären wir in NFL einfach erklärt.

Amon-Ra St. Brown: der Star mit deutscher Mutter

Amon-Ra St. Brown ist der bekannteste Spieler mit deutschen Wurzeln in der Liga. Er ist in Kalifornien geboren, seine Mutter ist Deutsche, und er spricht Deutsch, was er in Interviews mit deutschen Medien gern zeigt. Die Lions holten ihn 2021 erst in der 4. Runde, heute ist er einer der besten Receiver der NFL und hat in Detroit einen Vertrag bis 2028.

2026 jagt er einen Rekord: Nach fünf Spielzeiten stand er bei 547 Catches, so viele hatte vor ihm niemand in seinen ersten fünf Jahren. Für die Bestmarke nach sechs Saisons, die Justin Jefferson mit 579 Receptions hält, fehlten ihm vor dem Saisonstart 33 Catches. Bei einem Schnitt von rund 109 Catches pro Saison ist ihm diese Marke 2026 kaum zu nehmen.

Marlin Klein und Brandon Coleman: zwei Draft-Picks im Kader

Marlin Klein ist der Neue im Kreis. Der in Deutschland geborene und in Köln aufgewachsene Tight End spielte am College für die University of Michigan und gewann dort 2023 die nationale College-Meisterschaft. Im Draft 2026 nahmen ihn die Houston Texans in der 2. Runde an Position 59. Damit ist er einer der am höchsten gedrafteten Deutschen der vergangenen Jahre, und er hat den Sprung in den 53er-Kader direkt im ersten Sommer geschafft. Wie der Draft funktioniert und welche Deutschen dort zuletzt ausgewählt wurden, steht in unserem Erklärstück zum NFL Draft.

Brandon Coleman wurde in Virginia geboren, wuchs aber in Berlin auf und hat eine deutsche Mutter. In Deutschland spielte er zunächst Basketball, erst später kam Football dazu. Über ein Community College und die TCU landete er im Draft 2024, Washington wählte ihn in der 3. Runde. Bei den Commanders hat er sich als vielseitiger Lineman festgespielt, der als Tackle und als Guard eingesetzt wird.

Die Deutschen im Practice Squad

Auffällig ist, wie viele deutsche Offensive Linemen es inzwischen in die NFL geschafft haben. Paul Rubelt aus Frankfurt (Oder) ist mit 2,08 Metern einer der größten Spieler der Liga. Er spielte sechs Jahre am College bei UCF, ging im Draft 2026 leer aus und unterschrieb danach bei den Buccaneers. Weil er als Produkt des IPP gilt, zählte er im Sommer nicht gegen das Kaderlimit, und nach den Roster Cuts kam er im Practice Squad unter.

Lorenz Metz aus dem bayerischen Neuötting hat schon eine kleine Odyssee hinter sich: College in Cincinnati, ein kurzer Vertrag bei den Bears 2023, dann über das IPP zu den Buccaneers, seit Januar 2026 bei den Patriots. Bei den Final Cuts Ende August wurde er entlassen und direkt wieder ins Practice Squad geholt. Ähnlich lief es für Kilian Zierer aus München, der nach dem College in Auburn bereits bei Texans, Falcons, Browns und 49ers unter Vertrag stand und seit Oktober 2025 zu den Jaguars gehört.

Julius Welschof aus Miesbach spielte am College in Michigan und Charlotte und ist seit 2024 bei den Steelers, auch er wurde im August entlassen und einen Tag später fürs Practice Squad zurückgeholt. Der Berliner Lenny Krieg ist der einzige deutsche Kicker in der Liga. Er verwandelte beim Combine 2025 alle 14 Field-Goal-Versuche, verbrachte die Saison 2025 im Practice Squad der Falcons, wurde im Juni 2026 von den Jets entlassen und ist seit Anfang September in Green Bay.

Kicker Lenny Krieg von den Atlanta Falcons bei einem Field-Goal-Versuch in der Preseason 2025 gegen die Detroit Lions
Der Berliner Lenny Krieg bei einem Field-Goal-Versuch für die Falcons in der Preseason 2025. Foto: IMAGO

Ohne Team: Equanimeous St. Brown und Jakob Johnson

Zwei bekannte Namen fehlen in der Tabelle. Equanimeous St. Brown, der ältere Bruder von Amon-Ra, unterschrieb im Mai 2026 noch einmal bei den San Francisco 49ers, nachdem er die Saison 2025 verletzt verpasst hatte. Im August trainierte er nach einer Fußverletzung bei den Colts vor, ein Vertrag für die laufende Saison ist bislang nicht bekannt. Fullback Jakob Johnson aus Stuttgart, 2019 der erste IPP-Spieler, der in einem NFL-Spiel auflief, stand zuletzt im Dezember 2025 im Practice Squad der Texans. Auch bei ihm gibt es für 2026 kein neues Team. Beide können jederzeit wieder verpflichtet werden, gerade wenn Verletzungen in einem Kader Lücken reißen.

Was ist das International Player Pathway Program?

Das International Player Pathway Program (IPP) gibt es seit 2017. Die NFL sucht damit Athleten außerhalb der USA und Kanadas, die nie oder nur kurz US-College-Football gespielt haben, und bereitet sie in einem zehnwöchigen Trainingslager in Florida auf die Liga vor. Am Ende steht ein Showcase vor den Scouts der Teams.

Der Vorteil für die Teams: Ein IPP-Spieler zählt in der Offseason nicht gegen das Kaderlimit. Seit 2024 hat außerdem jedes der 32 Teams einen zusätzlichen 17. Platz im Practice Squad, der für einen internationalen Spieler reserviert ist. Genau über diesen Platz ist Lenny Krieg in Green Bay untergekommen. Ein Spieler auf dieser Ausnahme darf während der Saison nicht in den 53er-Kader wechseln, aber für bis zu drei Spiele hochgezogen werden.

Deutschland ist eines der wichtigsten Länder für das Programm. Neben Jakob Johnson kamen unter anderem David Bada, Aaron Donkor, Lorenz Metz, Julius Welschof, Kilian Zierer und Lenny Krieg über diesen Weg in die Liga. Für den Jahrgang 2026 wurde Offensive Lineman Felix Lepper aus der European League of Football ausgewählt. Dass die NFL so genau auf deutsche Spieler schaut, hängt auch mit ihrem Engagement hierzulande zusammen, mehr dazu auf unserer Seite NFL in Deutschland.

Die Großen von gestern: Vollmer, Werner, Kuhn und Co.

Bevor die St.-Brown-Brüder kamen, war Sebastian Vollmer der Maßstab. Der Offensive Tackle aus Kaarst wurde 2009 von den New England Patriots in der 2. Runde gedraftet, blockte jahrelang für Tom Brady und gewann zwei Super Bowls (XLIX und LI). 2017 beendete er seine Karriere. Björn Werner ging 2013 sogar in der 1. Runde an die Indianapolis Colts, Pick 24, so früh wurde bis heute kein anderer Deutscher gezogen.

Defensive Tackle Markus Kuhn kam 2012 als Pick der New York Giants in die Liga und blieb mehrere Jahre. Moritz Böhringer schrieb 2016 Geschichte, als die Minnesota Vikings ihn direkt aus der deutschen Liga drafteten, ohne dass er je College-Football gespielt hatte. Der Hamburger Kasim Edebali schaffte es ohne Draft zu den New Orleans Saints und spielte danach für mehrere Teams. Ihre Geschichten und die der Pioniere davor erzählen wir in der Serie „Deutsche Football-Legenden“, zum Beispiel über die Hamburger Ikone „Mega Max“ von Garnier.

Wie sich die Deutschen Woche für Woche schlagen, steht im täglichen Footballerei-Newsletter.

Patriots-Botschafter und RTL-Experte Sebastian Vollmer beim NFL-Spiel Patriots gegen Colts in Frankfurt im November 2023
Zweifacher Super-Bowl-Sieger, heute TV-Experte: Sebastian Vollmer beim NFL-Spiel 2023 in Frankfurt. Foto: IMAGO

FAQ: Deutsche Spieler in der NFL

Wie viele Deutsche spielen 2026 in der NFL?

Stand Oktober 2026 stehen acht deutsche bzw. deutschstämmige Spieler bei NFL-Teams unter Vertrag: drei im 53er-Kader (Amon-Ra St. Brown, Brandon Coleman, Marlin Klein) und fünf im Practice Squad.

Wer ist der beste deutsche NFL-Spieler?

Aktuell Amon-Ra St. Brown von den Detroit Lions. Er hält den Rekord für die meisten Catches in den ersten fünf Spielzeiten einer NFL-Karriere. Unter den Ehemaligen gilt Sebastian Vollmer mit zwei Super-Bowl-Titeln als erfolgreichster Deutscher.

Welcher Deutsche wurde am höchsten gedraftet?

Björn Werner, 2013 von den Indianapolis Colts in der 1. Runde an Position 24 ausgewählt. Aus dem aktuellen Kreis ist Marlin Klein mit Pick 59 im Draft 2026 der am höchsten gedraftete Spieler.

Was ist ein Practice Squad?

Das Practice Squad ist der Trainingskader eines NFL-Teams mit bis zu 16 Spielern plus einem internationalen Platz. Die Spieler trainieren voll mit, dürfen aber nur spielen, wenn sie für einen Spieltag hochgezogen oder fest in den 53er-Kader übernommen werden.

Spielt Amon-Ra St. Brown für Deutschland?

In der NFL spielt niemand für ein Land, sondern für sein Team. St. Brown ist in den USA geboren und aufgewachsen, hat aber eine deutsche Mutter und spricht Deutsch. Deshalb zählt er für die meisten Fans hierzulande ganz selbstverständlich zu den deutschen NFL-Spielern.

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