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24. Oktober 2026

NFL Draft erklärt: Ablauf, Runden, Termine, deutsche Spieler

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Der NFL Draft ist die jährliche Talentauswahl der Liga: Die 32 Teams verteilen in sieben Runden die besten College-Spieler unter sich, und das schlechteste Team der Vorsaison darf zuerst wählen. Der nächste Draft findet vom 29. April bis 1. Mai 2027 auf der National Mall in Washington, D.C. statt. Zuletzt zogen die Las Vegas Raiders 2026 in Pittsburgh Quarterback Fernando Mendoza an Nummer 1.

Auf dieser Seite erklären wir, wie der Draft abläuft, was hinter Begriffen wie Compensatory Pick oder Mr. Irrelevant steckt, welche Deutschen schon gedraftet wurden und wo du den Draft in Deutschland siehst. Wir aktualisieren sie jedes Jahr.

So funktioniert der NFL Draft

Die Idee stammt aus den 1930er-Jahren und ist bis heute dieselbe: Wer sportlich am schwächsten war, bekommt den ersten Zugriff auf die Talente. Das soll die Liga ausgeglichen halten. Spieler können sich ihr Team nicht aussuchen. Wer gezogen wird, kann nur mit dem Team verhandeln, das ihn gewählt hat. Die Rookie-Verträge sind dabei über eine feste Gehaltsskala geregelt, ein Erstrunden-Pick kostet also deutlich mehr als ein Spieler aus Runde 7. Wie das mit dem Salary Cap zusammenhängt, steht in unserem Erklärstück NFL einfach erklärt.

Draftberechtigt ist, wer mindestens drei Jahre aus der High School raus ist. Wer früher in die NFL will, muss sich als Underclassman offiziell anmelden, die Frist endet sieben Tage nach dem College-Finale im Januar.

Die Draft-Reihenfolge

Seit die Playoffs 14 Teams umfassen, wählen die 18 Teams ohne Postseason auf den Plätzen 1 bis 18, das mit der schlechtesten Bilanz zuerst. Danach folgen die Playoff-Teams, sortiert danach, wie weit sie gekommen sind: Die Verlierer der Wild Card Round picken 19 bis 24, die der Divisional Round 25 bis 28, die Verlierer der Conference Finals 29 und 30. Der Super-Bowl-Verlierer hat Pick 31, der Champion Pick 32. Bei gleicher Bilanz entscheidet die Strength of Schedule: Wer die leichteren Gegner hatte, wählt früher. Diese Reihenfolge gilt in jeder Runde gleich, eine Lotterie wie in der NBA gibt es nicht.

Sieben Runden an drei Tagen

Der Draft verteilt sich auf drei Tage. Am Donnerstag läuft Runde 1, am Freitag folgen die Runden 2 und 3, am Samstag die Runden 4 bis 7. Jedes Team hat in Runde 1 acht Minuten Zeit für seinen Pick, in Runde 2 sieben, in den Runden 3 bis 6 fünf und in Runde 7 noch vier Minuten. Läuft die Uhr ab, ist der Pick nicht verloren. Das Team darf später nachziehen, riskiert aber, dass der Nächste ihm den Wunschspieler wegschnappt. 2026 wurden insgesamt 257 Spieler gezogen.

Compensatory Picks

Rechnerisch hätte jeder Draft 224 Picks (32 Teams mal 7 Runden). Dass es mehr sind, liegt an den Compensatory Picks. Die Liga vergibt bis zu 32 Zusatz-Picks am Ende der Runden 3 bis 7 an Teams, die in der Free Agency mehr Qualität verloren als dazugewonnen haben. Ein Team kann maximal vier solcher Picks pro Jahr bekommen. Seit 2017 dürfen sie auch getradet werden. Dazu kommen Sonder-Picks in Runde 3 für Teams, die einen Coach oder Manager aus einer Minderheit oder eine Frau als Head Coach oder General Manager an ein anderes Team verlieren.

Trades am Draft-Abend

Picks sind Handelsware. Teams tauschen sie untereinander, gegen Spieler oder gegen Picks aus künftigen Jahren, auch live während des Drafts. Beide Teams melden den Deal dann beim NFL-Tisch an, erst nach der Freigabe wird er verkündet. Ein typisches Muster: Ein Team mit Quarterback-Bedarf gibt mehrere Picks ab, um in Runde 1 ein paar Plätze nach oben zu springen.

Mr. Irrelevant und die Undrafted Free Agents

Der allerletzte Spieler des Drafts heißt seit 1976 „Mr. Irrelevant“. In Newport Beach (Kalifornien) bekommt er eine eigene Feierwoche und die Lowsman Trophy, eine Parodie auf die Heisman Trophy. 2026 traf es Linebacker Red Murdock, den die Denver Broncos an Position 257 zogen.

Wer gar nicht gezogen wird, ist trotzdem nicht raus. Direkt nach dem letzten Pick dürfen alle Teams ungedraftete Spieler als Undrafted Free Agents (UDFA) verpflichten, und für diese Verträge herrscht dann echte Konkurrenz. Viele schaffen es nie über das Training Camp hinaus, einige werden aber Stammspieler.

Combine und Pro Days

Die wichtigste Vorbereitung ist der NFL Scouting Combine Ende Februar und Anfang März in Indianapolis, der auch 2027 und 2028 dort stattfindet. Mehr als 300 eingeladene Prospects absolvieren Sprints über 40 Yards, Sprung- und Krafttests, medizinische Checks und Interviews mit den Teams. Die 40-Yard-Zeit bekommt im Fernsehen die meiste Aufmerksamkeit, für die Teams sind die Medizin-Checks und Gespräche oft wichtiger.

Danach folgen im März und April die Pro Days an den Colleges. Dort testen die Spieler auf vertrautem Rasen, oft holen sie dabei schwache Combine-Werte nach. Für Spieler, die nicht zum Combine eingeladen wurden, ist der Pro Day die wichtigste Bühne.

Rückblick: der NFL Draft 2026 in Pittsburgh

Vom 23. bis 25. April 2026 war Pittsburgh Gastgeber, die Bühne stand am Point State Park nahe dem Acrisure Stadium der Steelers. Über die drei Tage kamen laut Liga rund 805.000 Besucher, so viele wie nie zuvor. Den Rekord hatte vorher Detroit (2024) gehalten.

Mit dem ersten Pick holten die Las Vegas Raiders Quarterback Fernando Mendoza, der Indiana im Januar 2026 zum ersten College-Titel der Uni-Geschichte geführt hatte. Die New York Jets nahmen an Position 2 Edge Rusher David Bailey (Texas Tech), die Arizona Cardinals an 3 Running Back Jeremiyah Love (Notre Dame). Aus deutscher Sicht war der Freitag der große Moment: Die Houston Texans zogen Tight End Marlin Klein von der University of Michigan in Runde 2 an Position 59.

NFL Draft 2027: Termin und Ort

Der nächste Draft läuft von Donnerstag, 29. April, bis Samstag, 1. Mai 2027, in Washington, D.C. Die Hauptbühne steht auf der National Mall vor dem Kapitol, die Fan-Zone „NFL Draft Experience“ zieht sich über die Pennsylvania Avenue. Runde 1 beginnt nach US-Ostküstenzeit am Donnerstagabend, bei uns ist das traditionell die Nacht auf Freitag gegen 2 Uhr.

Seit 2015 tourt der Draft durch die NFL-Städte, und die Gastgeber überbieten sich mit Kulissen. Diese Orte sind bisher offiziell vergeben oder waren zuletzt Gastgeber:

JahrStadtSchauplatzStatus
2024DetroitCampus Martius Park / Hart Plazaausgetragen
2025Green Bayrund um Lambeau Fieldausgetragen
2026PittsburghPoint State Park / Acrisure Stadiumausgetragen, Zuschauerrekord
2027Washington, D.C.National Mall29. April bis 1. Mai 2027
2028Minneapolisnoch offenim Mai 2026 vergeben

Für 2029 gilt Cincinnati laut US-Medien als Favorit, offiziell entschieden ist das noch nicht.

Deutsche Spieler im NFL Draft

Deutsche Picks sind selten, aber es gibt sie, und die Wege dorthin unterscheiden sich stark. Der höchste Pick eines in Deutschland aufgewachsenen Spielers bleibt Björn Werner: Die Indianapolis Colts wählten den Berliner 2013 in Runde 1 an Position 24, nachdem er sich an der Florida State University einen Namen gemacht hatte. Der titelreichste Deutsche kam aus Runde 2. Sebastian Vollmer ging 2009 an Position 58 zu den New England Patriots und gewann mit ihnen zwei Super Bowls.

Markus Kuhn (NC State) zogen die New York Giants 2012 in Runde 7. Eine echte Premiere gelang Moritz Böhringer: Die Minnesota Vikings nahmen den Receiver der Schwäbisch Hall Unicorns 2016 in Runde 6 an Position 180, als ersten Europäer, der ohne einen einzigen College-Snap gedraftet wurde. Amon-Ra St. Brown, dessen Mutter aus Leverkusen stammt und der neben der US- auch die deutsche Staatsbürgerschaft hat, ging 2021 in Runde 4 an Position 112 zu den Detroit Lions. Aus diesem Pick wurde einer der besten Receiver der Liga.

Nicht jeder Weg führt über den Draft. Fullback Jakob Johnson spielte zwar am College für Tennessee, blieb 2018 aber ungedraftet und kam 2019 über das International Player Pathway (IPP) zu den Patriots. Über dieses Programm verteilt die NFL seit 2017 internationale Spieler auf Teams, die dafür einen zusätzlichen Kaderplatz im Practice Squad bekommen. Auch 2026 ging ein Deutscher diesen Weg: Offensive Tackle Paul Rubelt (UCF) unterschrieb nach dem Draft als Undrafted Free Agent bei den Tampa Bay Buccaneers.

Wo läuft der NFL Draft in Deutschland?

2026 war die Übertragung dreigeteilt. Runde 1 lief live und kostenlos auf NITRO, mit Patrick Esume und Florian Ambrosius im Studio und Markus Kuhn als Experte vor Ort. Die Runden 2 und 3 gab es frei im Stream auf RTL+. Alle sieben Runden, inklusive der US-Übertragung, zeigte nur DAZN mit dem NFL-Game-Pass-Paket. Wer 2027 den Draft überträgt, ist noch nicht verkündet. Sobald es feststeht, ergänzen wir es hier. Bis dahin lohnt sich der tägliche Footballerei-Newsletter, dort stehen die Draft-Termine und Picks mit drin.

Wer die Picks sortieren will, findet in unseren Podcasts die Einordnung. Und wer lieber über Fehlgriffe lacht: Unsere Liste der größten Draft Busts aller Zeiten zeigt, wie oft auch Profis danebenliegen.

FAQ zum NFL Draft

Wann ist der NFL Draft 2027?

Vom 29. April bis 1. Mai 2027 in Washington, D.C. Runde 1 läuft am Donnerstagabend US-Zeit, in Deutschland also in der Nacht auf Freitag, 30. April.

Wie viele Runden hat der NFL Draft?

Sieben. Durch die Compensatory Picks kommen meist rund 255 bis 260 Picks zusammen, 2026 waren es 257.

Wer war der Nummer-1-Pick 2026?

Quarterback Fernando Mendoza von der Indiana University, gezogen von den Las Vegas Raiders.

Was ist ein Undrafted Free Agent?

Ein Spieler, der im Draft nicht gewählt wurde und danach frei bei jedem Team unterschreiben darf. Seine Chancen sind kleiner, aber viele NFL-Karrieren haben so begonnen.

Welcher Deutsche wurde am höchsten gedraftet?

Unter den in Deutschland aufgewachsenen Spielern Björn Werner, 2013 an Position 24 von den Indianapolis Colts. Dahinter folgen Sebastian Vollmer (2009, Pick 58) und Marlin Klein (2026, Pick 59).

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