Positionen im American Football: Wer macht was auf dem Feld?
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Im American Football stehen pro Team elf Spieler auf dem Feld, und jeder hat eine klar umrissene Position. Die Offense mit Quarterback, Running Back, Receivern, Tight End und Offensive Line soll Raum gewinnen und punkten, die Defense mit Defensive Line, Linebackern, Cornerbacks und Safeties soll genau das verhindern. Für Kicks und Punts kommen die Special Teams aufs Feld, mit Spezialisten wie Kicker, Punter und Long Snapper.
Weil nach jedem Spielzug neu aufgestellt wird, wechseln Trainer ganze Gruppen je nach Situation aus. Wie Downs, Raumgewinn und Punkte funktionieren, erklären wir in den American-Football-Regeln für Einsteiger. Hier geht es um die Frage, wer was macht.
Alle Positionen im Überblick
| Position | Abkürzung | Aufgabe |
|---|---|---|
| Quarterback | QB | Spielmacher, wirft oder übergibt den Ball |
| Running Back | RB | Läuft mit dem Ball, blockt, fängt kurze Pässe |
| Fullback | FB | Blockt vor dem Running Back, läuft selten selbst |
| Wide Receiver | WR | Fängt Pässe, meist weit außen |
| Tight End | TE | Blockt und fängt, steht direkt neben der Line |
| Center | C | Snappt den Ball, sagt Blocks an |
| Guard | G | Blockt links und rechts neben dem Center |
| Offensive Tackle | OT | Blockt außen, schützt den Quarterback vor Pass Rushern |
| Defensive Tackle / Nose Tackle | DT / NT | Stoppt den Lauf in der Mitte, drückt auf den Quarterback |
| Defensive End / Edge | DE / EDGE | Jagt von außen den Quarterback |
| Linebacker | LB | Stoppt Läufe, deckt kurze Pässe, blitzt |
| Cornerback | CB | Deckt die Wide Receiver |
| Safety | S (FS / SS) | Letzte Verteidigungslinie, sichert tiefe Pässe ab |
| Kicker | K | Kickoffs, Field Goals, Extrapunkte |
| Punter | P | Schießt den Ball beim Punt weit in die gegnerische Hälfte |
| Long Snapper | LS | Snappt bei Punts und Kicks |
| Holder | H | Hält den Ball für den Kicker |
| Kick/Punt Returner | KR / PR | Fängt Kicks und trägt sie zurück |
| Gunner | – | Sprintet beim Punt als Erster zum Returner |
Positionen in der Offense
Quarterback (QB)
Der Quarterback bekommt bei fast jedem Spielzug den Ball vom Center, gibt im Huddle den Spielzug weiter und liest an der Line of Scrimmage die Defense. Danach wirft er, übergibt an den Running Back oder läuft selbst. Typische Statur: eher groß, damit er über die eigene Line hinweg seine Receiver sieht. Aktuelle Gesichter der Position sind Josh Allen (Buffalo Bills) und Patrick Mahomes (Kansas City Chiefs). Alles Weitere steht in unserem großen Artikel zum Quarterback.

Running Back (RB) und Fullback (FB)
Der Running Back steht hinter dem Quarterback, bekommt den Ball per Handoff und sucht die Lücke, die seine Line ihm aufreißt. In der modernen NFL muss er außerdem Pässe fangen und gegen Blitzer blocken können. Die Statur ist eher kompakt, schnell und mit tiefem Schwerpunkt. Bijan Robinson von den Atlanta Falcons und Jahmyr Gibbs von den Detroit Lions gelten 2026 als die besten ihres Fachs, weil sie als Läufer und als Passempfänger gefährlich sind.
Der Fullback ist schwerer und blockt vor dem Running Back den Weg frei. Die Position ist fast ausgestorben, viele Teams haben gar keinen mehr im Kader. Kyle Juszczyk hat bei den San Francisco 49ers über Jahre gezeigt, dass ein vielseitiger Fullback trotzdem wertvoll sein kann.

Wide Receiver (WR)
Wide Receiver stehen außen oder im Slot, also zwischen Line und Seitenlinie, laufen festgelegte Routen und fangen Pässe. Gefragt sind Tempo, saubere Routen und sichere Hände. Außen spielen oft große, lange Receiver, im Slot eher wendige. Zu den Besten gehören Ja’Marr Chase (Cincinnati Bengals), Puka Nacua (Los Angeles Rams) und Amon-Ra St. Brown von den Detroit Lions, Sohn einer deutschen Mutter.

Tight End (TE)
Der Tight End ist eine Mischung aus Offensive Lineman und Receiver. Er steht meist direkt neben dem Tackle, blockt beim Laufspiel und läuft bei Pässen Routen über die Mitte. Typisch sind Körper um die 1,95 Meter und 115 Kilo. Brock Bowers von den Las Vegas Raiders gilt aktuell als bester Tight End der Liga. Aus deutscher Sicht spannend: Marlin Klein, im Draft 2026 in Runde zwei von den Houston Texans gezogen, steht dort im 53-Mann-Kader.

Offensive Line: Center, Guard, Tackle
Fünf Spieler bilden die Offensive Line, die schwersten Männer auf dem Feld mit oft rund 140 Kilo. In der Mitte steht der Center, der den Ball zum Quarterback snappt und vorher ansagt, wer wen blockt. Links und rechts neben ihm stehen die beiden Guards, die vor allem im Laufspiel Druck nach vorne machen. Außen stehen die Tackles. Der Left Tackle schützt bei einem Rechtshänder die blinde Seite des Quarterbacks und ist deshalb meist der bestbezahlte Lineman.
Penei Sewell (Detroit Lions) gilt als bester Tackle, Tyler Smith (Dallas Cowboys) als einer der besten Guards, Tyler Linderbaum, im März zu den Las Vegas Raiders gewechselt, als einer der besten Center. Mit Brandon Coleman steht ein Deutscher als Guard bei den Washington Commanders im Kader.

Positionen in der Defense
Defensive Line: Tackle, Nose Tackle, End
Die Defensive Line steht der Offensive Line direkt gegenüber. Defensive Tackles spielen innen, halten Blocks aus und sollen Läufe in der Mitte stoppen. Der Nose Tackle ist ein Sonderfall: Er steht direkt vor dem Center, oft gegen zwei Blocker gleichzeitig, und bindet damit Personal, damit die Linebacker frei laufen können. Dexter Lawrence, im April von den New York Giants zu den Cincinnati Bengals getradet, ist dafür das Paradebeispiel. Die Defensive Ends spielen außen und sollen den Quarterback unter Druck setzen.

Edge Rusher (EDGE)
„Edge“ ist der Sammelbegriff für Pass Rusher, die von der Außenkante kommen, egal ob sie offiziell Defensive End oder Outside Linebacker heißen. Sie brauchen Explosivität beim ersten Schritt und Hände, mit denen sie sich vom Tackle lösen. Der Maßstab ist Myles Garrett: 2025 stellte er mit 23 Sacks für die Cleveland Browns den Rekord für eine Saison auf, inzwischen spielt er für die Los Angeles Rams.
Linebacker (LB)
Linebacker stehen hinter der Defensive Line und müssen beides können: Läufe stoppen und Pässe über die Mitte verteidigen. Der Middle Linebacker sagt oft die Spielzüge der Defense an und trägt dafür, wie der Quarterback, einen Funk-Lautsprecher im Helm. Fred Warner (San Francisco 49ers) ist seit Jahren der Prototyp des modernen Linebackers, der auch Tight Ends und Running Backs in Coverage halten kann. Mit Julius Welschof steht ein Deutscher als Linebacker im Practice Squad der Pittsburgh Steelers.
Cornerback (CB) und Safety (S)
Cornerbacks und Safeties bilden zusammen die Secondary. Cornerbacks decken die Wide Receiver, entweder Mann gegen Mann oder in einer Zone. Sie sind leicht, schnell und müssen rückwärts laufen können, ohne Tempo zu verlieren. Patrick Surtain II von den Denver Broncos gilt als bester Cornerback der Liga.
Safeties stehen am tiefsten und sind die letzte Absicherung gegen lange Pässe. Der Free Safety sichert eher den tiefen Raum, der Strong Safety rückt näher an die Line und hilft gegen den Lauf. Kyle Hamilton (Baltimore Ravens) zeigt, wohin die Position sich entwickelt hat: 1,93 Meter groß, schnell genug für die Coverage und kräftig genug für die Box.
Positionen in den Special Teams
Bei Kickoffs, Punts, Field Goals und Extrapunkten kommen eigene Einheiten aufs Feld. Neben Spezialisten stehen dort viele Backups, die sich über diese Snaps ihren Kaderplatz sichern.
Der Kicker schießt Kickoffs, Extrapunkte und Field Goals. Brandon Aubrey (Dallas Cowboys) und Cam Little (Jacksonville Jaguars) gehören zu den Kickern mit dem stärksten Bein, Little hält mit 68 Yards den NFL-Rekord für das längste Field Goal. Der Punter kommt meist im vierten Down, wenn die Offense aufgibt, und soll den Ball möglichst weit und hoch in die gegnerische Hälfte schießen.
Der Long Snapper snappt den Ball bei Punts rund 15 Yards nach hinten, bei Field Goals rund sieben bis acht Yards zum Holder, schnell und exakt. Fällt er aus, merkt man erst, wie schwer das ist. Der Holder, meistens der Punter, fängt den Snap und setzt den Ball für den Kicker auf. Returner fangen Kickoffs und Punts und tragen sie zurück, oft sind das schnelle Receiver oder Cornerbacks. Gunner stehen beim Punt ganz außen, dürfen schon vor dem Kick losrennen und sollen den Returner stoppen, bevor er Fahrt aufnimmt.
Formationen: 4-3, 3-4 und Nickel
Die Zahlen bei Defense-Formationen beschreiben, wie viele Linemen und Linebacker auf dem Feld stehen. In der 4-3 sind es vier Defensive Linemen und drei Linebacker, dahinter vier Defensive Backs. Die 3-4 setzt auf drei Linemen mit einem Nose Tackle in der Mitte und vier Linebacker, von denen die beiden äußeren meist als Edge Rusher kommen. Beide Systeme sind heute eher Grundgerüste als feste Aufstellungen.
Weil die Offenses so oft mit drei Wide Receivern spielen, steht in der NFL die meiste Zeit die Nickel auf dem Feld: Ein Linebacker geht runter, dafür kommt ein fünfter Defensive Back, meist ein Slot-Cornerback. Kommt ein sechster dazu, heißt das Dime. Auf der Offense-Seite spricht man von Personnel-Gruppen: „11 Personnel“ bedeutet einen Running Back und einen Tight End, also drei Wide Receiver.
Welche Position punktet?
Punkten kann jeder Spieler, der den Ball legal in die Endzone trägt oder dort fängt. Die meisten Touchdowns erzielen aber Running Backs, Wide Receiver und Tight Ends. Defensivspieler kommen über Interceptions oder Fumbles zum Touchdown, Kicker sammeln über Field Goals und Extrapunkte oft die meisten Punkte einer Saison. Offensive Linemen dürfen dagegen keine Vorwärtspässe fangen, es sei denn, sie melden sich vorher beim Schiedsrichter als passberechtigt an.
Wer wissen will, welche Position in welchem Matchup gerade den Unterschied macht, liest das im täglichen Footballerei-Newsletter. Die Vorschau auf jede Week gibt es in unserem Podcast Icing the Kicker auf der Podcast-Seite.

FAQ: Häufige Fragen zu den Football-Positionen
Wie viele Spieler stehen beim American Football auf dem Feld?
Elf pro Team, also 22 insgesamt. Wer genau auf dem Feld steht, hängt von der Situation ab: Offense, Defense und Special Teams sind komplett verschiedene Einheiten, und zwischen den Spielzügen darf beliebig gewechselt werden.
Welche Position ist die wichtigste im Football?
Der Quarterback, weil er bei jedem Spielzug der Offense den Ball hat. Danach folgen nach Gehalt und Draft-Position meist Edge Rusher und Left Tackle, also der Spieler, der den Quarterback jagt, und der, der ihn schützt.
Was ist der Unterschied zwischen Defensive End und Edge?
Defensive End ist eine Position in der Defensive Line, Edge eine Rolle. Als Edge bezeichnet man jeden Pass Rusher, der von außen kommt, das kann in der 4-3 der Defensive End und in der 3-4 der Outside Linebacker sein.
Spielen Footballer in Offense und Defense?
In der NFL fast nie. Die meisten Spieler sind auf eine Position spezialisiert und stehen nur in ihrer Einheit auf dem Feld, dazu kommen bei Backups die Special Teams. Im Jugend- und Amateurbereich ist es dagegen normal, dass Spieler auf beiden Seiten auflaufen.
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