Field Goal: Wie viele Punkte gibt es und wie wird die Distanz berechnet?
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Ein Field Goal ist ein Kick, bei dem der Ball zwischen den beiden Torstangen hindurch und über die Querlatte fliegt. Es bringt 3 Punkte und ist in jedem Down erlaubt, meist versucht es ein Team aber im 4. Down, wenn es für einen neuen ersten Versuch oder einen Touchdown nicht reicht. Die Distanz eines Field Goals entspricht der Line of Scrimmage plus 10 Yards Endzone plus rund 7 Yards bis zum Punkt, an dem der Holder den Ball absetzt.
Hinter dieser einfachen Rechnung stecken einige Feinheiten, vom Rekordkick aus 68 Yards bis zum fast vergessenen Fair-Catch-Kick. Wie das Field Goal ins Gesamtsystem der Wertungen passt, zeigt unser Überblick zu den American-Football-Regeln.
Wie viele Punkte gibt ein Field Goal?
Ein verwandeltes Field Goal zählt 3 Punkte, egal aus welcher Entfernung. Ein Kick aus 20 Yards ist also genauso viel wert wie einer aus 60. Damit liegt das Field Goal klar unter dem Touchdown, der 6 Punkte plus Bonusversuch bringt. Genau daraus entsteht eine der wichtigsten Entscheidungen im Spiel, und die hängt oft auch davon ab, wie sehr ein Coach seinem Quarterback vertraut: Nimmt ein Team im 4. Down an der gegnerischen 5-Yard-Linie die sicheren 3 Punkte oder geht es auf den Touchdown?

Geht der Kick daneben, bekommt der Gegner den Ball. In der NFL übernimmt er ihn an der Stelle, an der der Holder den Ball abgesetzt hat. Lag dieser Punkt innerhalb der 20-Yard-Linie, startet der Gegner an seiner eigenen 20. Ein verschossener Versuch aus 55 Yards schenkt dem anderen Team deshalb gute Feldposition, und das ist ein Grund, warum Coaches bei langen Kicks zögern.

So wird die Distanz berechnet
Die Distanz eines Field Goals wird vom Absetzpunkt bis zu den Torstangen gemessen. Weil die Stangen in der NFL seit 1974 an der hinteren Linie der Endzone stehen, muss man zur Line of Scrimmage immer die 10 Yards der Endzone addieren. Dazu kommen etwa 7 Yards, denn der Long Snapper wirft den Ball nach hinten zum Holder, damit der Kicker Platz zum Anlaufen hat und die Defense den Kick nicht so leicht blocken kann.
Ein Beispiel: Steht der Ball an der gegnerischen 30-Yard-Linie, ergibt das 30 + 10 + 7 = 47 Yards. In der TV-Grafik taucht deshalb oft eine Zahl auf, die deutlich höher ist als die Feldposition. Wer die Rechnung kennt, weiß sofort, ab welcher Yard-Linie ein Team „in Field-Goal-Reichweite“ ist. Bei den meisten NFL-Kickern liegt diese Grenze heute grob zwischen der gegnerischen 35 und 40.
| Line of Scrimmage | + Endzone | + Snap | Field-Goal-Distanz |
|---|---|---|---|
| gegnerische 10 | 10 | 7 | 27 Yards |
| gegnerische 20 | 10 | 7 | 37 Yards |
| gegnerische 30 | 10 | 7 | 47 Yards |
| gegnerische 40 | 10 | 7 | 57 Yards |

Die Torstangen: Maße im Überblick
Die Goalposts in der NFL haben die Form eines Y oder einer Stimmgabel. Die Querlatte hängt 10 Fuß hoch, das sind rund 3,05 Meter. Die beiden Stangen stehen 18 Fuß und 6 Zoll auseinander, also etwa 5,64 Meter, und ragen mindestens 35 Fuß (rund 10,7 Meter) über die Querlatte hinaus. Fliegt der Ball höher als die Stangen, zählt der Kick, solange er innerhalb ihrer gedachten Verlängerung bleibt. Trifft der Ball eine Stange oder die Latte und springt dann durch, ist das Field Goal trotzdem gut.

Das längste Field Goal der NFL-Geschichte
Den Rekord hält Cam Little von den Jacksonville Jaguars. Am 2. November 2025 traf er in Las Vegas gegen die Raiders aus 68 Yards und löste damit Justin Tucker ab, der 2021 für die Baltimore Ravens in Detroit aus 66 Yards getroffen hatte. Am 4. Januar 2026 legte Little gegen die Tennessee Titans aus 67 Yards nach. Weil das in Jacksonville unter freiem Himmel passierte, ist es das längste Field Goal, das je im Freien gelungen ist. Der 68-Yarder in Las Vegas und Tuckers 66-Yarder in Detroit fielen dagegen unter dem Hallendach, wo kein Wind den Ball ablenkt.
Dahinter folgen Brandon Aubrey von den Dallas Cowboys und Chase McLaughlin von den Tampa Bay Buccaneers mit je 65 Yards. Dass gleich mehrere der längsten Kicks aus den letzten beiden Jahren stammen, hat mit einer neuen Generation von Kickern zu tun, die Versuche jenseits der 60 Yards fast routiniert angehen. Kicks aus der Preseason zählen übrigens nicht für die Rekordbücher.
Der Fair-Catch-Kick: die vergessene Regel
Fängt ein Team einen Punt per Fair Catch, darf es danach statt eines normalen Spielzugs einen Free Kick auf das Tor versuchen. Dabei gibt es keinen Snap: Der Holder setzt den Ball direkt an der Stelle des Fair Catch ab, die Defense muss 10 Yards Abstand halten und darf erst loslaufen, wenn der Ball getreten ist. Trifft der Kicker, gibt es wie beim normalen Field Goal 3 Punkte.
Die Regel kommt fast nie zur Anwendung, weil sich die Situation kaum ergibt. Sinnvoll ist sie vor allem kurz vor der Halbzeit oder dem Spielende, wenn nach dem Fair Catch nur noch ein Spielzug bleibt. Im Dezember 2024 nutzte Cameron Dicker von den Los Angeles Chargers sie gegen die Denver Broncos und traf aus 57 Yards. Es war der erste erfolgreiche Fair-Catch-Kick seit Ray Wersching im Jahr 1976.
Geblockte Field Goals
Ein geblockter Kick ist für die Offense doppelt bitter. Bleibt der Ball nach dem Block hinter der Line of Scrimmage liegen, ist er frei: Die Defense darf ihn aufnehmen und in die Endzone tragen. Aus 3 möglichen Punkten werden so schnell 6 für den Gegner. Deshalb blockt beim Field Goal eine eigene Formation mit eng stehender Line für den Kicker. Bei einem Timeout direkt vor dem Kick spricht man übrigens vom „Icing the Kicker“, also davon, den Kicker kalt werden zu lassen. Nach diesem Trick ist auch unser NFL-Preview-Podcast benannt, alle Formate findest du auf unserer Podcast-Seite.
Field Goal oder Extrapunkt: der Unterschied
Technisch sehen beide Kicks gleich aus: Snap, Holder, Kick. Der Extrapunkt folgt aber nur nach einem Touchdown, bringt 1 Punkt und wird in der NFL immer von der 15-Yard-Linie aus gesnappt, was einem Kick aus rund 33 Yards entspricht. Das Field Goal ist ein normaler Spielzug, zählt 3 Punkte und ist von überall auf dem Feld möglich. Ein verschossener Extrapunkt kostet nur den Punkt, ein verschossenes Field Goal gibt dem Gegner zusätzlich den Ball.

Deutsche Kicker in der NFL
Aktuell ist Lenny Krieg der deutsche Kicker mit dem engsten Draht zur NFL. Der Berliner kickte für die Berlin Adler in der GFL und die Stuttgart Surge in der European League of Football, bevor ihn das International Player Pathway Program 2025 in die USA brachte. Nach Stationen bei den Atlanta Falcons und den New York Jets steht er seit September 2026 im Practice Squad der Green Bay Packers. Ein Regular-Season-Spiel hat er noch nicht bestritten.
Historisch gab es schon deutsche Kicker mit echten NFL-Karrieren. Uwe von Schamann, geboren in Berlin, kickte von 1979 bis 1984 für die Miami Dolphins und stand mit ihnen in zwei Super Bowls. Horst Mühlmann aus Dortmund war vorher Torwart bei Schalke 04 und kickte danach unter anderem für die Cincinnati Bengals und die Philadelphia Eagles. Weitere Wegbereiter aus Deutschland stellen wir in unserer Reihe über Football-Legenden vor, zum Beispiel „Mega Max“ von Garnier. Was Deutschland sonst mit der NFL verbindet, steht im Artikel NFL in Deutschland.
Für Fantasy-Spieler sind Kicker übrigens mehr als eine Pflichtposition. Welche sich lohnen, besprechen wir regelmäßig im Locker Room, dem Fantasy-Podcast von Footballerei.
FAQ zum Field Goal
Wie viele Punkte bringt ein Field Goal?
3 Punkte, unabhängig von der Distanz. Ein Extrapunkt nach einem Touchdown zählt dagegen nur 1 Punkt.
Wie berechnet man die Länge eines Field Goals?
Line of Scrimmage plus 10 Yards Endzone plus etwa 7 Yards bis zum Absetzpunkt. Von der gegnerischen 30-Yard-Linie ergibt das ein Field Goal aus rund 47 Yards.
Was ist das längste Field Goal der NFL?
68 Yards, getreten von Cam Little (Jacksonville Jaguars) am 2. November 2025 gegen die Las Vegas Raiders.
Was passiert bei einem verschossenen Field Goal?
Der Gegner bekommt den Ball an der Stelle, an der der Holder den Ball abgesetzt hat, mindestens aber an seiner eigenen 20-Yard-Linie.
Gibt es aktuell einen deutschen Kicker in der NFL?
Lenny Krieg aus Berlin steht seit September 2026 im Practice Squad der Green Bay Packers, ein Regular-Season-Einsatz fehlt ihm noch.
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