Was macht die Faszination NFL eigentlich aus? Natürlich die herausragenden Athleten, logisch. Genau wie die spektakulären Spielzüge und die teilweise immense Härte, mit der die Stars zu Werke gehen. Auch die ausgetüftelte Strategie beim „Rasen-Schach“ zieht einen schnell in seinen Bann. Mich persönlich begeistert aber noch eines, wenn ich mir die NFL anschaue: Die gigantischen Betonschüsseln. Ich bin nämlich Groundhopper, stehe also total auf Stadien. So größer umso besser. Das ist meine Leidenschaft.

Am Sonntag treffen die Redskins und die Bengals im ehrwürdigen Londoner Wembley-Stadion aufeinander. Ich war mal da, in diesem neugebauten Tempel. Das bringt schon großen Bock! Falls ihr Sonntag beim Spiel seid: Viel Spaß!


Auch in der NFL habe ich schon einige Stadien live „erleben“ können. Diese individuelle, gigantische Architektur der US-Arenen ist echt beeindruckend.

Deshalb heute hier mal meine Top 5 der NFL-Stadien.

PS: Geschmäcker sind bekanntlich unterschiedlich. Kommentiert hier gern eure Favoriten unter diesem Blog-Artikel. Was ist eure Lieblingsarena in der NFL?


AT&T Stadium

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Die neue Heimat der Dallas Cowboys ist der Inbegriff von Gigantismus. Die 2009 für 1,3 Mrd Dollar (!) errichtete Arena bietet während NFL-Spielen Platz für 80.000 Fans. Das Fassungsvermögen kann für besondere Veranstaltungen aber sogar noch um bis zu 30.000 Plätze erhöht werden.

So geschehen am 21. September 2009, als 105.121 Zuschauer das Spiel der Cowboys gegen die New York Giants (31:33) live verfolgten. Das ist bis heute Besucher-Rekord für ein Regular Season-Spiel in der NFL.

Die riesige Betonschüssel steht in Arlington/Texas, hat ein verschließbares Dach und zwei der größten HD-Bildschirme der Welt (46,3 Meter × 21,9 Meter). Gemessen an der Zuschauer-Kapazität ist sie die Fünftgrößte in der NFL. Böse Zungen behaupten, dass das AT&T Stadium mehr Strom verbraucht als das gesamte afrikanische Land Liberia…


Arrowhead Stadium

Arrowhead Stadium - Kansas City Chiefs Playoff Game

Ein Oldie but Goldie. Das Zuhause der Kansas City Chiefs wurde bereits 1972 (für heutzutage läppische 43 Mio. Dollar Baukosten) eröffnet, zwischen 2007 und 2010 für 375 Mio. Dollar allerdings aufwendig modernisiert. Seitdem bietet es 76.416 Fans Platz.

Das Arrowhead hält den Rekord für das lauteste Stadion der Welt und steht damit auch im „Guinness Buch der Rekorde“. Am 29. September 2014, während des „Monday Night Games“ der Chiefs gegen die New England Patriots, wurden 142,2 Dezibel gemessen.

Kult sind auch die beiden ovalen Video-Leinwände.


CenturyLink Stadium

CenturyLink Field

Die neue Heimat der Seattle Seahawks wurde 2002 eröffnet. Baukosten: 360 Mio. Dollar. Kapizität: 67.000 Plätze (erweiterbar auf 72.000).

Das sehr steile CenturyLink Stadium duelliert sich mit dem Arrowhead Stadium um den Titel „lautestes Stadion der NFL“. Im „Falken-Nest“ dröhnt es deswegen absichtlich so sehr, weil sich unter der Dachkonstruktion der Lärm aufschaukelt.

Weiterer Clou bei der Errichtung des Stadions: Das Dach ist architektonisch so konstruiert, dass bei Regen und Wind nur die Trainer und Reservespieler des Gast-Teams am Spielfeldrand nass werden. Die Seahawks auf der gegenüberliegenden Seite hingegen nicht. Pfiffig…


Lambeau Field

Lambeau Field

Hier wird Football-Geschichte geatmet. Die Heimat-Schüssel der Green Bay Packers wurde bereits 1957 eröffnet, in der Zwischenzeit aber immer wieder für große Millionen-Beträge renoviert und erweitert. Kein Stadion ist länger Schauplatz von NFL-Spielen. Aktuell passen hier 81.435 Zuschauer rein. Damit ist es nach dem New Yorker MetLife Stadium das zweitgrößte der NFL.

Benannt ist es nach Curly Lambeau († 1965), dem ersten Headcoach der Packers. Deren Fans, „Cheeseheads“ genannt, sind besonders treu. Seit über fünf Jahrzehnten ist jedes Heimspiel ausverkauft, Dauerkarten sind heiß begehrt. Momentan warten fast 100.000 (!) Anhänger auf ein Saisonticket-Abo…


Heinz Field

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Das „Spielzimmer“ der Pittsburgh Steelers hat was Maritimes. Das 2001 für 281 Mio. Dollar Baukosten eröffnete Schmuckstück grenzt direkt an den Ohio River. Angelehnt an die Steelers wurden insgesamt 12.000 Tonnen Stahl verbaut. Auf den Tribünen finden 68.400 Zuschauer einen Platz.

Kult ist die Fan-Base, genannt „Steeler Nation“. Seit 1975 kommt hier einer der bekanntesten Merchandising-Artikel der NFL zum Einsatz: Das schwarz-goldene „Terrible Towel“ („furchtbares Handtuch“), mit dem vornehmlich wild geschwenkt wird.

Auch in einem Hollywood-Streifen hatte das Heinz Field schon eine Nebenrolle. Im August 2011 wurde hier der Blockbuster „The Dark Knight rises“ mit 15.000 Komparsen gedreht.

 

Foto-Quelle: Flickr

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Kucze
Geschrieben von Kucze
Sport-Redakteur (BZ, BILD, BamS) * jetzt selbstständig * NFL-Fan seit 2001 * Groundhopper * Erdmännchen-Lobbyist