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29. Oktober 2026

Wackelnde Trainerstühle und das Dante-Moore-Drama: Das College-Update nach Week 8

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Lange war es erstaunlich ruhig auf dem Trainermarkt im College Football. Dann kamen fünf Tage, die alles verändert haben: Maryland, NC State und Baylor trennen sich von ihren Head Coaches, Oregon und TCU feuern Offensive Coordinators, und Oregons Star-Quarterback Dante Moore ist für den Rest der Saison raus. Dazu verlieren BYU und Texas Tech ihre weißen Westen. In der neuen Folge der Footballerei College Show haben Stolle, Immo und Coach Shuan das wilde Wochenende sortiert. Hier ist das Wichtigste zum Nachlesen.

Das Karussell dreht sich früher als gedacht

Den Anfang machte Maryland: Mike Locksley musste am Mittwoch gehen, nach dem 30:37 gegen Rutgers, bei dem die Terrapins eine Zehn-Punkte-Führung zur Halbzeit verspielten. Es war die fünfte Niederlage in Folge. Am Samstag folgte NC State. Weniger als einen Tag nach dem 28:31 in Stanford war Dave Doeren seinen Job los, und das in seiner 14. Saison. Doeren ist mit 98 Siegen der erfolgreichste Head Coach der Schulgeschichte. Die Saison lief allerdings von Anfang an schief: Schon zum Auftakt in Week 0 gab es ein 8:34 in Virginia, aktuell steht das Wolfpack bei 3-4. Bis Saisonende übernimmt Todd Goebbel, bisher Running-Backs-Coach und Special-Teams-Coordinator.

Coach Shuan tut sich mit dem Zeitpunkt schwer: „Er war 14 Jahre da, ist der erfolgreichste Coach in der Geschichte von NC State, und den feuerst du mitten in der Saison?“ Die Zeiten von Bobby Bowden und Nick Saban seien vorbei, College Football sei längst ein Business. Für den Interimscoach sieht er schwarz. Goebbel wirke unsicher, nach der Saison werde NC State das Haus komplett neu aufstellen.

Am Sonntag erwischte es dann Dave Aranda bei Baylor. Auslöser war das 24:25 in Kansas, die erste Niederlage gegen die Jayhawks seit 2007, besiegelt durch ein in der letzten Minute geblocktes Field Goal. Eine Woche zuvor hatte es schon ein 6:17 gegen TCU gegeben. Dabei war Baylor nach dem 55:19 bei Arizona State mit 4-1 gestartet. Unterm Strich stehen 4-3 in dieser Saison und exakt 40-40 in Arandas Zeit in Waco. Interimscoach ist Defensive Coordinator Joe Klanderman. Immo hat das überrascht, für Stolle kam es nicht aus dem Nichts: Aranda habe schon vor der Saison zu den Coaches gehört, die liefern mussten.

Auch bei den Coordinators wird aufgeräumt. Oregon trennte sich nach dem 10:21 in Illinois von Offensive Coordinator Drew Mehringer, der erst in dieser Saison Nachfolger von Will Stein geworden war. TCU entließ Co-Offensive-Coordinator und O-Line-Coach A. J. Ricker. Die Horned Frogs haben in sieben Spielen 20 Sacks zugelassen.

Warum schon jetzt? Für Stolle ist das die neue Welt im College Football: Je früher feststeht, wer der neue Head Coach wird, desto besser kann eine Schule planen, welche Spieler bleiben und welche über das Transferportal (die Wechselbörse der Spieler) kommen. Seine Prognose: In den nächsten drei Wochen verlieren sieben bis zehn weitere Coaches ihren Job.

Das Dante-Moore-Drama: Oregons Saison ohne den Star

Dante Moore hätte im Frühjahr in den NFL Draft gehen können, Stolle hätte ihn als zweiten Quarterback vom Board gesehen. Stattdessen kam er für eine weitere Saison zurück nach Eugene. Nach vier Spielen mit 926 Yards, neun Touchdowns und keiner Interception zog er sich am 26. September beim Sieg bei USC eine Gehirnerschütterung zu. Am Montag sagte Head Coach Dan Lanning, er rechne in dieser Saison nicht mehr mit Moores Rückkehr. Wichtig dabei: Moore trainiert, die Ärzte geben ihn aber nicht für Spiele frei. Es ist also keine Entscheidung des Spielers.

Ohne Moore stottert Oregons Offense. Dylan Raiola, im Januar von Nebraska gekommen, und Brock Thomas teilen sich die Starts, die Ducks stehen bei 4-3. Coach Shuan versteht das Playcalling nicht: Beim ersten Spielzug in Illinois stand Raiola als Receiver draußen, ein Running Back als Quarterback in einer Empty-Formation (ohne Running Back im Backfield), dann wurde Raiola wieder reingeholt. „Lasst den Jungen einfach Football spielen.“ Für Stolle ist das Thema Playoffs für Oregon „zu 99,9 Prozent durch“.

Und wie geht es mit Moore weiter? Lanning wollte sich dazu noch nicht äußern, das wäre „unfair“. Ein Jahr Spielberechtigung hat Moore noch. Immo hält es für einen strategischen Schachzug von beiden Seiten: Moores Draft-Stock hat gelitten, und Oregon könnte im nächsten Jahr mit ihm neu angreifen. Stolle glaubt ebenfalls nicht an einen Wechsel in die NFL, auch weil sich das College aktuell finanziell lohnt.

Auch bitter: Mississippi States Quarterback Kamario Taylor, einer der Lieblinge der Runde, ist ebenfalls für die Saison raus. Seine Zehenverletzung (Turf Toe) aus dem Spiel gegen Missouri brach gegen Oklahoma im ersten Viertel wieder auf, jetzt muss er operiert werden. Ersatz-Quarterback Puckett hielt das Spiel offen, am Ende gewann Oklahoma 23:15 in Starkville.

Die Spiele, über die alle reden

Cincinnati 37:24 Texas Tech. Die Abreibung des Wochenendes. Cincinnati kam auf 252 Rushing Yards, allein Cole Tabb kam auf 173, so viele wie nie zuvor in seiner Karriere. Texas Tech leistete sich drei Turnover und zwölf Strafen. Immo war begeistert von der Bearcats-Defense: Bei jedem Tackle sei das ganze Team zum Ball geflogen, bei Texas Tech habe man das nie gesehen. Das Problem der Red Raiders ist dabei kein Ausrutscher: In der vergangenen Saison war die Defense mit 11,8 zugelassenen Punkten pro Spiel noch die drittbeste des Landes. Kurios: Nach der Niederlage legte sich Mega-Booster Cody Campbell mit einem Radiosender aus Lubbock an, dessen Produzent ihn kritisiert hatte, und schlug vor, dass bei Texas Tech niemand mehr dort Interviews gibt. Für Coach Shuan geht das „in eine Richtung, die nicht gut ist“.

UCF 39:31 BYU nach doppelter Overtime. Der erste Sieg der UCF-Geschichte gegen ein Top-5-Team, und was für ein Ende. UCF hätte das Spiel schon vorher entscheiden können, wurde aber im vierten Down an der 1-Yard-Linie gestoppt. Am Ende der regulären Spielzeit blockte BYU das Field Goal von Will Stone, der Kicker verlor beim Sichern des Balls seinen Helm, und es ging in die Overtime. In der zweiten Verlängerung brachte eine Roughing-the-Kicker-Strafe gegen BYU UCF ein neues First Down, Quarterback KO Jenkins warf den Touchdown-Pass und die Two-Point-Conversion gleich hinterher. Jenkins, eigentlich nur Ersatz für den verletzten Alonza Barnett III, warf für 293 Yards und drei Touchdowns. Coach Shuan lobt Scott Frost: UCF habe zweimal mit demselben Spielzug gegen BYUs Man-Coverage gepunktet. „Wenn es wehtut, haut er weiter auf die Stelle.“

Utah 21:13 Houston. Nicht schön, aber wertvoll. Zur Halbzeit lag Utah 0:3 zurück, dann drehten die Utes das Spiel mit 14 Punkten im letzten Viertel. Quarterback Devon Dampier lief für 150 Yards und zwei Touchdowns. Coach Shuan gefiel, wie Utah sein Laufspiel variierte, teils mit Running Back als Quarterback in der Wildcat. Utah ist jetzt 7-0 und hat 13 Spiele in Folge gewonnen.

Minnesota 13:10 Iowa. Ein echtes „Iowa-Game“, wie Stolle sagt, nur dieses Mal mit dem besseren Ende für die Gophers: Luke Drzewiecki traf mit Ablauf der Uhr ein 46-Yard-Field-Goal. Nach Siegen gegen Michigan und Washington ist es schon der dritte Ausrufezeichen-Sieg für P. J. Fleck in dieser Saison.

Wisconsin 24:7 USC. Stolles Bold Prediction aus der Vorwoche ging auf: Die Badgers verprügelten USC. Fünf Sacks, minus 18 Rushing Yards für die Trojans, und der erste Wisconsin-Sieg gegen USC in einer regulären Saison überhaupt. Coach Shuan sieht in Outside Linebacker Sebastian Cheeks einen „Superstar in the making“. Immo erklärt den Unterschied über das Recruiting: Wisconsin holt die harten „Big Ten Boys“, USC fehle diese Härte noch immer.

Texas 34:27 Ole Miss. Zur Halbzeit führte Texas 24:3, und Stolle rieb sich die Augen: Texas lief plötzlich den Ball, ließ Arch Manning laufen und fütterte Receiver Ryan Wingo (7 Catches, 111 Yards, 1 Touchdown). Dann kam Ole Miss zurück bis zum 24:24, auch weil Manning zwei Interceptions warf und einen Fumble verlor, den Ole Miss direkt in der Endzone zum Touchdown sicherte. Am Ende brachte Manning Texas mit seinem zweiten Rushing-Touchdown wieder in Führung. Coach Shuan findet ihn als Quarterback „ein bisschen blass“, aber für Texas gehe es nur noch ums Gewinnen.

Das neue AP Ranking: Iowa fliegt raus, und keiner versteht es

Miami bleibt mit 7-0 die Nummer 1, dahinter folgen Ohio State, Georgia, Indiana und Notre Dame. Ungeschlagen sind außer Miami nur noch Utah (6.) und UCLA (7.). BYU fällt nach der Pleite in Orlando von 2 auf 8. Zurück im Ranking ist Oklahoma State, neu dabei Wisconsin, rausgefallen sind USC (vorher 16.) und Iowa (vorher 15.). Genau das versteht Stolle nicht: „Du verlierst mit drei Punkten durch ein Field Goal in der letzten Sekunde auswärts, und dann fällst du komplett raus?“ Immo und Coach Shuan sehen es genauso. Ihre eigenen Top 25 findet ihr auf den Footballerei-Kanälen bei Instagram.

Hot Seat: Wer jetzt liefern muss

Lincoln Riley (USC, 6-2): Für Coach Shuan der Coach Nummer 1 auf dem heißen Stuhl, „Dead Man Walking“. Die Fans haben genug davon, dass Rileys Teams gegen physische Big-Ten-Gegner immer wieder untergehen. Und ausgerechnet der ungeschlagene Stadtrivale UCLA stiehlt USC gerade das Rampenlicht.

Steve Sarkisian (Texas, 5-2): Bei dem Geld, das Texas in den Kader steckt, ist die Erwartung die National Championship. Seine Offense stottert, Stolle hält Sarkisian für „richtig nervös“.

Mike Norvell (Florida State, 3-4): Sportlich wackelt er, aber eine Entlassung ist teuer: Die Abfindung läge bei rund 48 Millionen Dollar.

Außerdem im Gespräch: Greg Schiano (Rutgers, 2-5), Deion Sanders (Colorado, 2-5), Lance Leipold (Kansas, 3-4), Eddie George (Bowling Green, 2-6) und Dabo Swinney (Clemson, 4-3). Swinney werde man nicht während der Saison feuern, glaubt Immo, eher komme es danach zu einer Trennung. Coach Shuan kann sich vorstellen, dass Clark Lea Vanderbilt (3-5) von sich aus verlässt. Und Immos Tipp für das Karussell: UTSA-Coach Jeff Traylor (7-1), nach dem die großen Schulen greifen dürften.

Week 9: Darauf schauen wir

Georgia gegen Florida (Samstag, 20:30 Uhr). Der Klassiker findet diesmal in Atlanta statt, weil das Stadion in Jacksonville umgebaut wird. Georgia kommt aus der Bye-Week, davor gab es das 24:27 gegen Auburn durch ein Field Goal in letzter Sekunde. Coach Shuan sieht die Bulldogs als klaren Favoriten, aber Florida habe in dieser Saison schon bewiesen, dass es Favoriten stürzen kann.

Texas Tech gegen Arizona (Samstag, 17:00 Uhr). Beide stehen bei 6-1. Arizonas Quarterback Noah Fifita hat schon 2.064 Passing Yards, 18 Touchdowns und nur vier Interceptions. Coach Shuans Bold Prediction: Arizona gewinnt in Lubbock.

North Carolina gegen Miami (Nacht auf Sonntag, 0:30 Uhr). Die Frage des Spiels: Findet Bill Belichick ein Mittel gegen Malachi Toney? Der Receiver fing gegen Pitt 16 Pässe, Miami-Rekord, und ist für Coach Shuan ein Heisman-Kandidat. Immos Bold Prediction: Miami gewinnt mit 50 Punkten Unterschied.

Stolles Bold Prediction: UCLA verliert am Samstag (21:15 Uhr) im Rose Bowl gegen Nevada. Ein klassisches Trap-Game vor dem schweren Restprogramm, findet er.

Die ganze Folge zum Hören

Alle Spiele, die komplette Hot-Seat-Debatte und die Geschichte, wie Stolle in Paris nach einem Hotelbrand nachts im Regen stand und am Ende auf dem Steelers-Flur landete, hört ihr in der neuen Folge der Footballerei College Show: „Wackelnde Trainerstühle & Das Dante-Moore-Drama“.

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