Carlie Irsay-Gordon: Die Colts-Besitzerin, die in Berlin die Runde ausgab
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Carlie Irsay-Gordon ist seit Juni 2025 Owner und CEO der Indianapolis Colts. Nach dem Tod ihres Vaters Jim Irsay übernahm sie gemeinsam mit ihren Schwestern Casey Foyt und Kalen Jackson die Franchise, die seit 1972 in Familienbesitz ist. Deutschen Fans ist sie spätestens seit dem 9. November 2025 ein Begriff: Beim ersten NFL-Regular-Season-Spiel in Berlin waren die Colts das Heimteam im Olympiastadion, schlugen die Atlanta Falcons 31:25 nach Overtime, und die neue Besitzerin gab anschließend für mitgereiste Fans eine Runde an der Stadionbar aus.
Wer ist Carlie Irsay-Gordon?

- Geboren
- 16. Februar 1981 in Dallas
- Bei den Colts
- Vice President seit 2008, Mitbesitzerin seit 2012
- Owner & CEO
- seit Juni 2025
- Meilenstein
- Gastgeberin des ersten NFL-Spiels in Berlin (9. November 2025)
Carlie Irsay-Gordon wurde am 16. Februar 1981 in Dallas geboren, wo ihr Vater Jim Irsay damals studierte. Mit drei Jahren zog sie nach Indianapolis, in die Stadt, in die ihr Großvater Robert Irsay die Colts 1984 aus Baltimore umgesiedelt hatte. Robert Irsay hatte das Team 1972 übernommen, laut ZDF für 19 Millionen Dollar. Nach seinem Tod 1997 führte Jim Irsay die Franchise fast drei Jahrzehnte lang. Unter ihm gewannen die Colts mit Quarterback Peyton Manning Anfang 2007 den Super Bowl, den ersten in der Indianapolis-Ära.
Die älteste der drei Irsay-Töchter studierte Religionswissenschaft am Skidmore College und schloss dort 2005 ab. Schon während des Studiums absolvierte sie ein Praktikum bei den Colts. Später begann sie eine Promotion in klinischer Psychologie, die sie nicht abschloss. 2008 stieg sie als Vice President ins Front Office ein, noch während der Kurse für den Doktortitel. Bereits seit 2004 vertrat sie das Team bei den Treffen der NFL-Besitzer. Sie ist mit Zach Gordon verheiratet, das Paar hat drei Kinder.
Vom Ticket-Office in die Chefetage: eine Lehre von unten
Ein Erbe, das sich einfach ins gemachte Nest setzt, ist Carlie Irsay-Gordon nicht. Angefangen hat sie im Ticketverkauf, danach arbeitete sie im Marketing und an der Ticket-Strategie. Dem ZDF beschrieb sie diese Anfänge als „Sprung ins kalte Wasser“. Laut der Colts-Website lernte sie über Jahrzehnte jeden Bereich der Organisation kennen, oft nach dem Prinzip „trial by fire“. 2012 machte Jim Irsay seine drei Töchter zu Mitbesitzerinnen und Vice Chairs. In den Gremien der Liga sitzt Irsay-Gordon unter anderem im Komitee für die NFL-eigenen Medien, im 32 Equity Committee, dem Investmentfonds der Liga, und im Board der NFL Player Care Foundation, die ehemalige Spieler unterstützt.
Inhaltlich hat sie früh eigene Spuren hinterlassen. Laut dem Media Guide der Colts hat sie das Tony Dungy Coaching Fellowship und das Harriet P. Irsay Fellowship ins Leben gerufen, zwei Programme, über die Nachwuchskräfte Erfahrung im Trainerstab oder in der Football-Abteilung sammeln. Aktuell profitiert davon auch eine Deutsche: Nadine Nurasyid arbeitet 2026 als Harriet P. Irsay Fellow bei den Colts. Die Mental-Health-Kampagne „Kicking the Stigma“, die die Colts 2020 starteten, führt dagegen ihre Schwester Kalen Jackson.
Drei Schwestern, ein Team: die Übernahme nach Jim Irsays Tod
Jim Irsay starb am 21. Mai 2025 im Alter von 65 Jahren. Am 9. Juni 2025 machten die Colts die neue Struktur offiziell: Carlie Irsay-Gordon wurde Owner und CEO und damit die Principal Owner, also die Person, die das Team gegenüber der Liga vertritt. Casey Foyt ist Owner und Executive Vice President, Kalen Jackson Owner und Chief Brand Officer sowie Präsidentin der Colts-Stiftung. Alle drei hatten zuvor laut Media Guide 13 Spielzeiten lang als Vice Chairs und Mitbesitzerinnen gearbeitet. Der Vater hatte sich genau das gewünscht. Kalen Jackson nannte es gegenüber dem ZDF seinen „wahrscheinlich größten Traum“, das Team in den Händen der Töchter zu sehen.
Auch die beiden Schwestern kennen den Verein von innen. Casey Foyt jobbte schon als Schülerin am Empfang der Colts, Kalen Jackson ist nach Angaben des ZDF die jüngste Teambesitzerin der Liga. Die drei sind das einzige Schwestern-Trio, dem ein NFL-Team gehört. Bei ihrer ersten Pressekonferenz formulierte Irsay-Gordon das Ziel, zu „unterhalten, zu inspirieren und zu vereinen, indem wir auf die richtige Art gewinnen“. Jackson ergänzte, ihr Vater habe das Wort „Steward“ geliebt, also Verwalterin auf Zeit. Wie viel das Erbe wert ist, zeigt die Forbes-Bewertung vom August 2025: 5,9 Milliarden Dollar, Platz 26 unter den 32 Teams. Ein persönliches Vermögen der Schwestern weist Forbes nicht aus. Wie die Colts im Vergleich mit anderen Franchises dastehen, steht in unserer Übersicht über die reichsten Team-Besitzer der NFL.
Berlin 2025: der Abend, an dem die neue Besitzerin die Runde ausgab
Die Colts besitzen über das Global Markets Program der NFL die Marketingrechte für Deutschland und Österreich, Ex-Linebacker Björn Werner aus Berlin ist ihr offizieller Botschafter. Logisch also, dass die Liga sie als designiertes Team für das erste Regular-Season-Spiel in der Hauptstadt auswählte. Am 9. November 2025 empfingen die Colts in Week 10 die Atlanta Falcons im Olympiastadion, vor 72.203 Zuschauern. Am Abend vorher zeigte sich Irsay-Gordon bei einem Fan-Event in Berlin, das Foto in der Personenkarte stammt von dort.
Das Spiel selbst lieferte alles, was ein Football-Debüt braucht. Running Back Jonathan Taylor brachte die Colts mit einem 83-Yard-Touchdown-Lauf im vierten Viertel mit 22:17 in Führung, die anschließende Two-Point-Conversion der Colts wurde abgewehrt. Atlanta drehte die Partie 1:44 Minuten vor Schluss durch Tyler Allgeier und eine eigene Two-Point-Conversion zum 25:22. Kicker Michael Badgley rettete Indianapolis 25 Sekunden vor dem Ende mit einem Field Goal aus 44 Yards in die Overtime, dort beendete Taylor die Sache mit einem 8-Yard-Touchdown. Am Ende standen 244 Rushing Yards und drei Touchdowns für Taylor, ein 31:25 und eine Bilanz von 8-2. Nach dem Spiel ging die Besitzerin laut der mexikanischen Zeitung „Récord“ an die Stadionbar und lud Colts-Fans auf Getränke ein. Wo die NFL in Deutschland als Nächstes spielt, lest ihr in unserem Überblick zur NFL in Deutschland.
Notizblock an der Seitenlinie: eine Besitzerin, die verstehen will
Was Irsay-Gordon von fast allen Kolleg*innen unterscheidet, ist ihr Platz am Spieltag. Sie steht mit Headset und Notizblock an der Seitenlinie, direkt beim Coaching Staff. Gegenüber CBS Sports erklärte sie, sie wolle die Abläufe gut genug verstehen, um beurteilen zu können, ob die Leute, die sie beraten, wissen, wovon sie reden. Ein Football-Team sei ein „so komplexer Organismus“, und der Blick von nah helfe, „einen weniger teuren Fehler zu machen“. Nicht alle finden das gut: Podcaster Bill Simmons nannte die Notizen an der Seitenlinie im Herbst 2026 öffentlich verrückt. Irsay-Gordon blieb gelassen und sagte im Oktober 2026 in London, ihr Football-Verständnis liege an guten Tagen auf dem „Leseniveau einer fünften Klasse“, gute Führung bedeute vor allem zuzuhören. Das Magazin TIME nahm sie 2026 in seine Liste der 100 einflussreichsten Menschen im Sport auf.
Aktueller Stand 2026: Die Bilanz ist die eigentliche Baustelle
Sportlich hat das erste Jahr der Schwestern eine bittere Wendung genommen. Nach dem 8-2 von Berlin verloren die Colts ihre letzten sieben Spiele der Saison 2025, Quarterback Daniel Jones riss sich in Week 14 die Achillessehne. Am Ende stand ein 8-9 und der verpasste Einzug in die Playoffs. Auch 2026 läuft es bislang nicht: Nach einem Sieg in London gegen die Washington Commanders und einer 10:16-Niederlage in Minnesota am 25. Oktober stehen die Colts nach Week 7 bei 2-5, Head Coach Shane Steichen gerät zunehmend unter Druck. Die erste große Personalentscheidung hat die Besitzerin bereits getroffen: Am 19. Oktober 2026, einen Tag nach der 20:26-Heimniederlage gegen die bis dahin sieglosen Tennessee Titans, entließen die Colts General Manager Chris Ballard. Steichen bleibt im Amt und berichtet mit seinem Staff nun direkt an die Eigentümerinnen, bis zur Neubesetzung leitet Assistant GM Ed Dodds die Personalabteilung. Für Irsay-Gordon beginnt damit die Phase, in der sich zeigt, was ihre Beobachtungen an der Seitenlinie wert sind, denn den neuen General Manager bestimmt am Ende die Besitzerin.
| Jahr | Station |
|---|---|
| 1972 | Großvater Robert Irsay übernimmt die Colts |
| 1981 | Carlie Irsay wird am 16. Februar in Dallas geboren |
| 2004 | Erste Auftritte bei den NFL-Besitzertreffen |
| 2008 | Einstieg als Vice President der Colts |
| 2012 | Mitbesitzerin und Vice Chair, gemeinsam mit ihren Schwestern |
| Mai 2025 | Tod von Jim Irsay (21. Mai) |
| Juni 2025 | Owner und CEO der Colts |
| 9. November 2025 | Colts schlagen die Falcons in Berlin 31:25 nach Overtime |
| 2026 | Aufnahme in die TIME-Liste der 100 einflussreichsten Menschen im Sport |
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FAQ zu Carlie Irsay-Gordon
Wem gehören die Indianapolis Colts?
Seit dem Tod von Jim Irsay im Mai 2025 gehören die Colts seinen drei Töchtern Carlie Irsay-Gordon, Casey Foyt und Kalen Jackson. Carlie Irsay-Gordon ist als Owner und CEO die Principal Owner.
Welche Rollen haben Kalen Jackson und Casey Foyt?
Casey Foyt ist Owner und Executive Vice President, Kalen Jackson Owner und Chief Brand Officer sowie Präsidentin der Colts-Stiftung.
Wie ging das Colts-Spiel in Berlin aus?
Die Colts gewannen am 9. November 2025 als Heimteam im Olympiastadion 31:25 nach Overtime gegen die Atlanta Falcons. Jonathan Taylor erlief 244 Yards und drei Touchdowns.
Warum steht Carlie Irsay-Gordon an der Seitenlinie?
Sie will nach eigener Aussage die Abläufe am Spieltag so gut verstehen, dass sie die Ratschläge ihrer Expert*innen einordnen kann. Deshalb trägt sie ein Headset und macht sich Notizen.
Wie viel sind die Colts wert?
Forbes bewertete die Colts im August 2025 mit 5,9 Milliarden Dollar, Platz 26 in der NFL.
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