Premier Flag: NFL startet 2027 eine Profiliga im Flag Football
Flag Football bekommt eine Profiliga. Die NFL und TMRW Sports haben am Montag Premier Flag vorgestellt, eine Liga für Frauen und Männer, die im Sommer 2027 startet. Das Ziel: Die besten Spielerinnen und Spieler der Welt sollen vom Flag Football leben können. Bislang haben fast alle einen normalen Job neben dem Sport. Ein Jahr später feiert Flag Football bei den Olympischen Spielen in Los Angeles Premiere.
Spielort: eine US-Stadt, wird in den nächsten Wochen bekannt gegeben
Ligen: Frauen und Männer
Betreiber: NFL und TMRW Sports
Investoren: u. a. alle 32 NFL-Teambesitzer
Noch offen: Anzahl der Teams, Gehälter, Regeln
Wer hinter der Liga steckt
Partner der NFL ist TMRW Sports. Hinter der Firma stehen Tiger Woods, Rory McIlroy und der Sportmanager Mike McCarley. Sie haben schon TGL gegründet, eine Golfliga in einer Halle mit viel Technik, die zusammen mit der PGA Tour läuft. Zu den Geldgebern von Premier Flag gehören laut NFL alle 32 Besitzer der NFL-Teams, dazu institutionelle Investoren sowie aktive und frühere NFL-Spieler und Sportlerinnen.
Bei Regeln, Format und Ausrüstung arbeitet die Liga mit dem Weltverband IFAF zusammen. Wie viele Teams es geben wird und wie viel die Spielerinnen und Spieler verdienen, steht noch nicht fest. Laut AP soll das Gehalt aber so hoch sein, dass sie ihre Jobs aufgeben und das ganze Jahr trainieren können. Dazu kommen Trainer, Athletiktraining, Ernährungsberatung und eine Krankenversicherung.
„Wir können endlich für den Sport bezahlt werden, in den wir so viel Geld und Zeit gesteckt haben“, sagt Darrell „Housh“ Doucette III, Quarterback und Weltmeister mit dem US-Team. Er ist einer von vier Botschaftern der Liga, zusammen mit Vanita Krouch, Ashlea Klam und Isabella „Izzy“ Geraci aus dem US-Nationalteam der Frauen.
Eine Liga an einem Ort
Ungewöhnlich ist das Format: Premier Flag spielt nicht in vielen Städten, sondern an einem festen Ort in den USA. Für die Suche ist die Immobilienfirma Transwestern zuständig, das Stadion entwirft das Architekturbüro Populous. Es soll das erste Stadion werden, das extra für Flag Football gebaut wird.
Einen ersten Auftritt gibt es schon vorher: Während der Super-Bowl-Woche im Februar in Los Angeles veranstaltet die Liga einen Premier Flag Showcase, der künftig jedes Jahr stattfinden soll.
Das steckt im Logo
Name, Auftritt und Logo hat die Agentur Pivot Brand Group entwickelt. Das Wappen zeigt die Initialen PF, in der Mitte die Schnürung eines Footballs und links und rechts davon wehende Flaggen. Die zwei Sterne stehen für die beiden Ligen der Frauen und Männer.

Chance auch für Spielerinnen und Spieler aus Europa
Gesucht werden die Spielerinnen und Spieler weltweit. Im Oktober gab es ein erstes Combine im Stadion von Tottenham Hotspur in London, mit Athletinnen und Athleten aus zehn Ländern aus Europa, Australien und den USA. Die Besten sind 2027 beim großen Premier Flag Combine dabei. Am 22. und 23. November folgt ein Sichtungs-Event in Mexiko-Stadt, weitere in den USA und anderen Ländern sollen kommen.
Für Deutschland ist das spannend, weil die Flag-Football-WM im August in Düsseldorf stattfand. Dort haben sich die USA (Frauen und Männer), Kanada (Frauen und Männer), Italien (Männer) und Mexiko (Frauen) für Olympia 2028 qualifiziert. Ob deutsche Spielerinnen und Spieler beim Combine in London dabei waren, hat die NFL nicht mitgeteilt.
Warum die NFL jetzt Gas gibt
Flag Football boomt. Weltweit spielen laut NFL mehr als 20 Millionen Menschen, allein in den USA rund 4,1 Millionen Kinder und Jugendliche, über 50 Prozent mehr als 2020. Mehr als 250 US-Colleges haben Frauen-Teams, an Highschools wird Flag Football in 40 Bundesstaaten angeboten. Im Januar entscheidet die NCAA, ob es ab Frühjahr 2028 eigene College-Meisterschaften gibt. Was bisher fehlte, war der letzte Schritt: eine Liga, in der man als Profi spielen kann.
Quellen: NFL, AP
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