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29. Oktober 2026

Bears holen Jeffery Simmons: zwei Erstrundenpicks für einen Defensive Tackle

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Die Chicago Bears holen Defensive Tackle Jeffery Simmons von den Tennessee Titans und zahlen dafür einen Preis, den es so noch nie gab: zwei Erstrundenpicks (2027 und 2028) plus einen Viertrundenpick 2027. Laut ESPN Research ist Simmons der erste Defensive Tackle seit Beginn des gemeinsamen Drafts 1967, der für mehrere Erstrundenpicks getradet wird. Die Bears stehen bei 5-2 und gehen all-in, die Titans (1-6) starten den kompletten Neuaufbau.

Der Trade im Überblick

Der Trade
Chicago Bears
BekommenChicago Bears
  • Jeffery Simmons DT · All-Pro 2025
  • Fünftrundenpick 2028 von den Titans
Tennessee Titans
BekommenTennessee Titans
  • Erstrundenpick 2027 von den Bears
  • Erstrundenpick 2028 von den Bears
  • Viertrundenpick 2027 von den Bears

Erster Defensive Tackle seit 1967, der für mehrere Erstrundenpicks getradet wird (laut ESPN Research).

Der Deal kam am Donnerstag, 29. Oktober, zustande, knapp zwei Wochen vor der Trade Deadline am 10. November (22 Uhr deutscher Zeit). Für Bears-GM Ryan Poles ist es der aggressivste Trade seiner Amtszeit. Bisher hatte er nie mehrere Erstrundenpicks abgegeben. Sein bekanntester Deal lief andersherum: 2023 gab er den ersten Pick an Carolina ab und bekam dafür Receiver DJ Moore und vier Picks, einer davon wurde 2024 zu Quarterback Caleb Williams.

Jeffery SimmonsChicago Bears
Jeffery Simmons
Defensive Tackle · Chicago Bears
NFL-Karriere
seit 2019, bis Oktober 2026 bei den Titans
Draft
2019, 1. Runde (Pick 19)
College
Mississippi State
Erfolge
First-Team All-Pro 2025, 46,5 Sacks in der NFL

Warum die Bears so viel zahlen: Der Pass Rush kommt nicht an

Die Defense der Bears sieht auf dem Papier ordentlich aus: Platz 9 bei den zugelassenen Punkten, Platz 8 bei den Yards, dazu die beste Third-Down-Defense der Liga (26,1 Prozent Conversions). Das Problem liegt davor. Laut ESPN Analytics sind die Bears bei First und Second Down ligaweit Letzter in EPA pro Play, Letzter bei zugelassenen Big Plays und 27. in der Success Rate.

Und der Pass Rush kommt aus der Mitte kaum durch. Die Interior Pass Rush Win Rate der Bears liegt bei 13 Prozent, Platz 23. Seit Dennis Allen 2025 Defensive Coordinator wurde, kam Chicago mit vier oder weniger Rushern nur auf 25 Prozent Pressure, einer der schwächsten Werte der Liga. Allens Blitz-Pakete funktionieren an frühen Downs nicht, weil vorne niemand alleine gewinnt. Genau das soll Simmons ändern: Er gewinnt seine Duelle selbst und zwingt die Gegner, ihn doppelt zu blocken.

Dazu kommt der sportliche Moment. Die Offense mit Head Coach Ben Johnson ist Erste im Laufspiel, Dritte bei den Yards und Achte bei den Punkten. ESPN Analytics gibt Chicago eine Chance von 13 Prozent auf den NFC-Titel, die zweitbeste hinter San Francisco (39 Prozent). Johnson sprach vor dem Trade von einem „ständigen Austausch darüber, was dieses Team braucht“. Die Antwort darauf war offensichtlich ein Defensive Tackle.

Was Simmons mitbringt

Simmons ist 29 Jahre alt und hat seine ganze Karriere in Tennessee verbracht. In acht Saisons kommt er auf 46,5 Sacks, 72 Tackles for Loss und 96 Quarterback Hits. 2025 wurde er mit einem Karrierebestwert von 11 Sacks First-Team All-Pro. Im September wählten ihn die Titans zum sechsten Mal in Folge zum Kapitän.

Simmons 2026 nach 7 Spielen
4
Sacks
Bestwert bei den Titans
6
Tackles for Loss
Bestwert bei den Titans
27 %
Pass Rush Win Rate
bester Wert aller Defensive Tackles
86,6 %
der Defensive Snaps
fast immer auf dem Feld

Seit 2019 hat unter den Defensive Tackles nur DeForest Buckner mehr Sacks. Bei Forced Fumbles teilt sich Simmons Platz eins (9), bei abgewehrten Pässen ist er Zweiter (31). Wichtig dabei: Er ist kein reiner Pass Rusher. Laut ESPN ist er auch gegen den Lauf einer der wertvollsten Spieler auf seiner Position. In Chicago trifft er zudem einen alten Bekannten: Defensive End Montez Sweat, mit dem er schon an der Mississippi State gespielt hat.

Der Preis: zwei Erstrundenpicks und ein Vertrag bis 2030

Teuer ist der Trade gleich doppelt. Neben den Picks übernehmen die Bears den Vertrag, den Simmons vor der Saison unterschrieben hat: drei Jahre Verlängerung über 105,8 Millionen Dollar, davon 100 Millionen garantiert, Laufzeit bis 2030. Laut ESPN-Experte Dan Graziano zahlt Chicago 2026 noch rund 7,9 Millionen Dollar. 2027 sind 26,95 Millionen fest garantiert, für 2028 werden rund 29,8 Millionen garantiert, wenn Simmons im März 2027 noch im Kader steht.

Das trifft die Bears in einer Phase, in der es teuer wird. Right Tackle Darnell Wright hat im August für vier Jahre und 116 Millionen Dollar verlängert, Caleb Williams kann nach dieser Saison einen neuen Vertrag bekommen. ESPN bewertet den Trade für die Bears deshalb nur mit der Note C: Simmons macht sie 2026 besser, die Rechnung kommt aber in den Jahren 2028 bis 2031.

Auf dem Papier ist der Preis für Jeffery Simmons zu hoch, und für die Titans ist es ein fatales Signal: Der einzige Superstar in Nashville verlässt das orientierungslose Schiff. Die Konsequenz: Der Rebuild geht wohl in die nächste Runde und dauert noch etwas länger. Aber sind wir ehrlich: Wenn die Titans in drei Jahren erfolgreich sind und die Bears dieses Jahr mit Simmons den Super Bowl gewinnen, werden beide diesen Trade als essenzielles Puzzlestück ihrer Strategie sehen.

Die Titans: Der Neuaufbau beginnt jetzt

Für Tennessee ist der Trade ein klares Signal. Bei 1-6 spielt das Team keine Rolle im Playoff-Rennen, und Simmons wird mit jedem Jahr eher weniger wert. ESPN gibt den Titans dafür die Note A. Mit sportlichen Problemen hatte der Abgang nichts zu tun: Head Coach Robert Saleh nannte Simmons den besten Defensive Tackle der Liga, Besitzerin Amy Adams Strunk sagte: „Es gibt nur wenige Menschen wie Jeff Simmons.“ Simmons selbst hatte noch am Mittwoch erklärt, er habe weder von seinem Agenten noch vom Team etwas gehört.

Jetzt besitzen die Titans im Draft 2027 zwei Erstrundenpicks. Den eigenen sieht ESPNs Prognosemodell FPI derzeit auf Platz 1, den der Bears um Platz 26. Gebraucht wird vor allem Hilfe an Offensive Line und Defensive Line. Die große offene Frage bleibt Quarterback Cam Ward, der Nummer-1-Pick von 2025: Ist er Teil des Neuaufbaus oder schon ein Teil der Vergangenheit? In der Mitte der Defense sollen vorerst die Veteranen Solomon Thomas und John Franklin-Myers rotieren.

Die anderen Trades vor der Deadline

Simmons ist nicht der einzige Defensive Tackle, der den Klub wechselt. In derselben Woche holten die 49ers DeForest Buckner von den Colts. Die wichtigsten Trades bisher (Stand 29. Oktober, laut ESPN):

SpielerVonZuGegenwert
DT Jeffery SimmonsTitansBearszwei Erstrundenpicks, ein Viertrundenpick
DT DeForest BucknerColts49ersViertrundenpick 2027
G Quenton NelsonColtsSeahawksDrittrundenpick 2027, Fünftrundenpick 2028
WR Marvin Harrison Jr.CardinalsTexansZweitrundenpick 2027, Sechstrundenpick 2027
C Cam JurgensEaglesRavensFünftrundenpick 2027, Zweitrundenpick 2028
CB Joey Porter Jr.SteelersCowboysSechstrundenpick 2027, Zweitrundenpick 2028
QB J.J. McCarthyVikingsGiantsFünftrundenpick 2027

FAQ zum Jeffery-Simmons-Trade

Was haben die Bears für Jeffery Simmons bezahlt?

Die Erstrundenpicks 2027 und 2028 sowie einen Viertrundenpick 2027. Zusätzlich bekommen die Bears einen Fünftrundenpick 2028 von den Titans.

Wie lange läuft der Vertrag von Jeffery Simmons?

Bis zur Saison 2030. Vor der Saison 2026 hatte er für drei Jahre über 105,8 Millionen Dollar verlängert, 100 Millionen davon garantiert.

Wann ist die NFL Trade Deadline 2026?

Am 10. November 2026 um 16 Uhr Ostküstenzeit, also um 22 Uhr deutscher Zeit. Danach sind bis zum Saisonende keine Trades mehr möglich.

Wann spielt Simmons zum ersten Mal für die Bears?

Als Nächstes müssen die Bears auswärts beim amtierenden Champion Seattle ran. Ob Simmons dort schon dabei ist, haben die Bears noch nicht bestätigt.

Warum geben die Titans ihren besten Spieler ab?

Tennessee steht bei 1-6 und baut neu auf. Mit zwei Erstrundenpicks 2027 hat das Team im kommenden Draft deutlich mehr Möglichkeiten.

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