Nachdem wir uns in den letzten Wochen mit gefühlt Hunderten von NFL-Spielern beschäftigt haben, können wir uns dieses Mal ein wenig zurücklehnen. Eine kleine und feine Analyse der wichtigsten Tight Ends für die Fantasy Football Saison 2017. Die Footballerei TE Rankings – bitte sehr!

Letzte Woche hat euch unser Remo einen Einblick in seine Sicht der TE-Landschaft in der NFL geliefert – und Rob Gronkowski nicht auf Platz 1 gelistet. Blasphemie! Ein Frevel. Unverschämt.


Wobei er mit seinem Argument ja nicht unrecht hat: warum jemanden an die Spitze stellen, der in den letzten Jahren bewiesen hat, dass er zwar jede Halligalli-Drecksau-Party in Las Vegas unfallfrei übersteht, aber blöderweise bei den Patriots auch jede Saison für ein paar Spiele ausfällt.

Zipperlein hier, kaputter Ellbogen, Rücken oder ein zerfetztes Knie da. Der Mann ist ein Sicherheitsrisiko. Aber: dasselbe Problem haben so einige seiner Kollegen ja auch. Vor allem Jordan Reed ist letztlich nur einen Hit davon entfernt, sich nicht mehr an seinen Namen zu erinnern. Im Fantasy Football entscheidet jedoch immer das Upside. Mit ’safen‘ Picks gewinnt man keine Fantasy-Liga. In diesem Sinne…

 


1-5

 

1) Rob Gronkowski (New England Patriots – 2016: 25 rec | 540 yds | 3 TDs)

2016 waren’s also der Oberschenkel, eine punktierte Lunge (nach einem Monster-Tackle von Earl Thomas gegen die Seahawks) und zum krönenden Abschluss mal wieder der malade Rücken, die dem Gronk die Saison versaut haben.

Trotzdem: in 2014 und 2015 fing der Mann Bälle für insgesamt 2,300 Yards und 23 TDs. Dominanz.

2) Travis Kelce (Kansas City Chiefs – 2016: 85 rec | 1,125 yds | 4 TDs)

Seit einigen Jahren (und spätestens nach dem verletzungsbedingten Aus von Jamaal Charles 2016) der Fixstern in Kansas City, wird ‚Baby Gronk‘ auch weiter die einzige Konstante in Andy Reids System bleiben.

Ein Glücksfall für jedes Fantasy-Team, da er mit Ausnahme seiner Rookie-Season nie verletzt war. Draften, entspannen.

3) Greg Olsen (Carolina Panthers – 2016: 80 rec | 1,073 yds | 3 TDs)

Olsens Titelsong in der Footballerei: ‚Boss, ich brauch mehr Geld‘. Mal sehen, ob sich dieses Thema durch die Preseason ziehen wird – aber eins ist klar:

die Statistiken vom 32-jährigen ehemaligen 1st Rounder der Chicago Bears sprechen für sich. Drei 1,000 Yards-Seasons in Folge. Beispiellos.

4) Jimmy Graham (Seattle Seahawks – 2016: 65 rec | 923 yds | 6 TDs)

Gab es jemals einen Spieler, der im Jahr nach einer gerissenen Patellasehne derart abgeliefert hat? Nein. Ist Graham weiterhin der physische Freak, der 2016 in Seattle an der 1,000 Yard-Marke geschnuppert hat? Ja. Sollte er in der Saison vor dem Ende seines auslaufenden Vertrags Motivationsprobleme haben? Sicher nicht.

In Jimmy I trust. Amen.

5) Jordan Reed (Washington Redskins – 2016: 66 rec | 686 yds | 6 TDs)

Risiko. Oder um es mit unseren amerikanischen Fantasy Football-Kollegen zu formulieren: ‚High risk, high reward‘. Bei Reed kann tatsächlich der nächste Kopftreffer das Karriereende bedeuten. Das ist Fakt.

6 (!) dokumentierte Gehirnerschütterungen seit seiner College-Zeit, Freunde. Aber WENN er auf dem Platz steht, ist er ein Monster – und aufgrund seiner Fähigkeiten im Route Running und der Chemie mit Kirk Cousins nicht zu verteidigen.

 


6-10

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6) Martellus Bennett (Green Bay Packers – 2016: 55 rec | 701 yds | 7 TDs)

Das ‚Black Unicorn‘ (ja, Martellus bezeichnet sich selbst als schwarzes Einhorn, Leute) hat es doch tatsächlich geschafft, vom G.O.A.T Tom Brady zum besten Quarterback der NFL zu wechseln. Glückwunsch!

Warum sollte der Tight End als Nachfolger von Jared Cook in der kommenden Saison eine wichtige Rolle bei den Packers spielen? Darum:

7) Kyle Rudolph (Minnesota Vikings – 2016: 83 rec | 840 yds | 7 TDs)

Auf was steht Quarterback Sam Bradford am meisten? Genau. Kurze, sichere Pässe durch die Mitte. Wer steht da meistens? Der Tight End.

Gerade in der Redzone suchte Bradford letzte Saison bei über einem Drittel aller Passversuche seinen Rudolph. Da geht auch 2017 ne ganze Menge, Kyle.

8) Zach Ertz (Philadelphia Eagles – 2016: 78 rec | 816 yds | 4 TDs)

Mit Ertz is das so ne Sache. Der Typ hat in jeder Saison (meist gegen Ende) einen regelrechten Lauf. Auch 2016 kam er (nach einer überstandenen Rückenverletzung) rechtzeitig zum ersten Schnee so richtig in Fahrt.

Touchdowns sucht man bei Ertz als Fantasy-GM zwar meist vergeblich, aber in PPR-Ligen ist er ne absolute Bank.

9) Delanie Walker (Tennessee Titans – 2016: 65 rec | 800 yds | 7 TDs)

Wer nach ner sicheren Option auf der Position sucht, ist bei Delanie genau richtig. Knapp 20% aller Targets von QB Marcus Mariota in dessen ersten beiden Jahren in der NFL sah Walker, der eigentlich nie verletzt ist.

Sein Monsterjahr 2015 mit über 1,000 Receiving Yards konnte er 2016 nicht wiederholen – und die Titans haben mit WR Corey Davis, WR Eric Decker und Rookie Tight End Jonnu Smith ordentlich aufgespeckt.

10) Hunter Henry (Los Angeles Chargers – 2016: 36 rec | 478 yds | 8 TDs)

Ja, aber, ja, aber, was ist denn mit Antonio Gates??? Nun: gäbe es Gates nicht mehr, wäre Henry ein Kandidat für die Top 3 auf dieser Liste. So gut wie nie schafft es ein Rookie auf der Tight End-Position (auch nicht Gronkowski), in seinem ersten Jahr fantasyrelevante Stats abzuliefern.

8 TDs in der letzten Saison sind ein guter Anfang. I’m in. Philip Rivers steht auf Tight Ends – und Gates wird langsam, aber sicher in den Sonnenuntergang reiten. Der Mann ist 37.

 


11-15

No substitute for hard work. ??

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11) Jack Doyle (Indianapolis Colts – 2016: 50 rec | 631 yds | 3 TDs)

Jack wer??? Oh ja. Nachdem nun Dwayne Allen und bereits vor der letzten Saison Coby Fleener aus dem Weg geräumt sind, sollte der ungedraftete Nobody aus Western Kentucky eines von Andrew Lucks Lieblingszielen in 2017 sein.

Traditionell ist der Tight End bei den Colts ein wichtiger Faktor im Angriffsspiel – und außer Erik Swoope (wer?) gibt es für Doyle keine Konkurrenz.

12) Eric Ebron (Detroit Lions – 2016: 85 tgt | 61 rec | 711 yds | 1 TD)

Wer clever ist und sich in Fantasy-Drafts lieber frühzeitig den Magen mit Running Backs oder Receivern vollschlägt, wird auf TE oftmals bei Eric Ebron landen.

In zwei seiner drei Spielzeiten in der NFL fing er nur einen mickrigen TD – aber nichtsdestotrotz wurde Ebron in jedem Jahr besser. Nun hat Anquan Boldin die Lions verlassen – und mit ihm auch über 20 Redzone Targets.

13) Julius Thomas (Miami Dolphins – 2016: 30 rec | 281 yds | 4 TDs)

Sein Jahr bei den Jaguars 2016 war von Verletzungen geplagt. Und schlechter Leistung. Warum Thomas dennoch ein potentieller Starter in euren Fantasy-Teams sein kann?

Adam Gase ist der Head Coach in Miami – und war Offensive Coordinator in Denver, als Thomas in 2013 und 2014 jeweils 12 Touchdowns fing.

14) Tyler Eifert (Cincinnati Bengals – 2016: 29 rec | 394 yds | 5 TDs)

Eifert macht mir Angst. Nach einer Rücken-OP ist es derzeit höchst fraglich, ob er zum Start des Training Camps wieder einsatzfähig sein wird.

Klar, in der Redzone gibt es wohl keinen TE in der Liga, der effizienter ist als der Bengale – knapp 15% all seiner Targets endeten in den letzten Jahren als Touchdown – aber wer lieber auf Nummer Sicher geht und Jason Witten oder Zach Miller draften möchte… Verständlich.

15) David Njoku (Cleveland Browns – 2016: -)

Wenn schon Rookie, dann doch eher O.J. Howard von den Buccaneers, oder nicht? Hm. Njoku hat meiner Meinung nach deutlich größere Chancen, zählbare Stats (und damit Fantasy-Punkte) zu liefern als Howard, der sich in Tampa mit Mike Evans, DeSean Jackson und vor allem Touchdown-Maschine Cameron Brate um Bälle streiten muss.

Njoku? Streitet sich mit niemandem.

 


Der Rest vom Schützenfest

The Falcons 3rd round pick last season, Austin Hooper, played pretty well in his rookie season in limited snaps behind Jacob Tamme. With Tamme now gone, the door has opened up for Hooper to break out. Speaking at the Falcons Mini-camp, Matt Ryan said sophomore TE Austin Hooper has improved "exponentially" this off season. Ryan expects Hooper to be "a big part of our offensive success this year," and he said the 2nd year pro is "playing like a veteran out there." At 6-foot-4, 254 pounds, Hooper has the size and hands to be a big redzone threat for Matt Ryan. He is a great athlete with a good eye for the ball. Hooper is currently being drafted as the TE22 on ESPN. I wouldn't draft him as a starter; rather as a backup in the later rounds with breakout potential. He is also a solid TE to target in keeper and dynasty leagues. #fantasyfootball #falcons #mattryan #austinhooper #ffeaustinhooper #mattryan #juliojones #jacobtamme #taylorgabriel #devontafreeman #tevincoleman #ffebreakouts

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16) Austin Hooper (Atlanta Falcons – 2016: 19 rec | 271 yds | 3 TDs

17) C.J. Fiedorowicz (Houston Texans – 2016: 54 rec | 559 yds | 4 TDs)

18) Coby Fleener (New Orleans Saints – 2016: 50 rec | 631 yds | 3 TDs)

19) Jason Witten (Dallas Cowboys – 2016: 63 rec | 851 yds | 3 TDs)

20) O.J. Howard (Tampa Bay Buccaneers – 2016: -)

 


So sieht’s aus. Um Feedback wird gebeten. Nächste Woche: DEFENSE.

Die Menschen müssen mehr Fantasy Football spielen.

 

Es grüsst euch

Detti

 

Foto-Quelle: Instagram, Twitter

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Detti
Geschrieben von Detti
Fantasy Nerd - Seahawks-Fan seit den frühen 2000ern (als Mike Holmgren dünn war und Matt Hasselbeck Haare hatte) - Kellerkind - königlich-bayrisches Konsulat der Footballerei