Der Draft in deiner Fantasy-Liga ist der schönste Tag des Jahres. Punkt. Kommt mir hier keiner mit Weihnachten, Ostern, Geburtstag oder Entbindung.  Wie gewinne ich meine Fantasy-Liga? Oberste Grundregel: greif beim Draft nicht ins Klo! Unsere Fantasy Football Draft-Strategie, Teil I.

Es gibts nichts feineres als im August oder Anfang September kurz vor Saisonstart der NFL zeitgleich mit den anderen GMs der Liga vorm PC oder Tablet zu sitzen und seine fein sortierten Cheat Sheets (Listen mit bevorzugten Spielern, sortiert nach deren Position) nach 10 Minuten im Kamin zu räuchern, weil sich der persönliche Draftplan schon in Luft aufgelöst hat.


Ein Draft gewinnt dir nicht zwingend die Fantasy-Liga – aber kann definitiv der Grund sein, warum die Saison schon vor dem ersten Spieltag zum Scheitern verurteilt ist. Ich möchte euch heute und beim nächsten Mal die aus meiner Sicht 10 wichtigsten Tipps mit auf den Weg geben – worauf sollte man achten? Was muss man unbedingt vermeiden? Ne Garantie gibt’s für nix. Aber man muss ja nicht gleich mit Absicht scheiße draften, nä?


1) Running Backs: zu früh gibt’s nicht!

‚Workhorse Running Backs‘ in der heutigen NFL sind eine aussterbende Spezies. Und so rar wie Playoff-Siege der Cincinnati Bengals. Klar, es gibt sie noch: David Johnson, Le’Veon Bell, Ezekiel Elliott. Hat man ne Chance auf einen der großen Drei, gibt’s nur eins: zuschlagen.

Aber danach wird’s knusprig. Wide Receiver wie Antonio Brown, Julio Jones oder Odell Beckham jr sind zu verlockend, um sie vorbeiziehen zu lassen – greift man hier auf dieser Position zu, sollte der nächste Pick aber definitiv ein Running Back sein. Zu dünn ist die Position besetzt. Und mit Frank Gore und Spencer Ware in die Saison zu gehen, kann funktionieren. Wahrscheinlich ist das nicht.

2) ‚Handcuffs‘: das Sicherheitsnetz.

So wenig verlässliche Running Backs mit einer Garantie auf 15-20 Rushes/Spiel es gibt, so verletzungsanfällig sind sie alle. Daher gilt das Motto: sichere dich ab! Voraussetzung ist natürlich, dass es einen klaren Backup für den Starter in seinem NFL-Team gibt.

Mike Gillislee (heute in New England) war 2016 der Backup für LeSean McCoy in Buffalo, DeAngelo Williams (heute Hobby-Wrestler) in den letzten Jahren der Mann hinter Le’Veon Bell. Beide waren pures Fantasy-Gold, als die Stars ausfielen. Der clevere Fantasy-GM baut vor – und holt sich den Running Back-Ersatz seiner Starter am Ende des Drafts.

3) Quarterbacks: wir haben jede Menge davon.

Logischerweise ist das Scoring System entscheidend bei der Frage, wann man diese Position in seinem Fantasy-Team besetzen sollte. Werden Passing Touchdowns wie im wirklichen Leben mit 6 Punkten belohnt, kann sich Aaron Rodgers in Runde 1 definitiv lohnen. Aber nur dann! Und neben Rodgers sind vielleicht noch Drew Brees und Tom Brady angesichts der Statistiken der vergangenen Jahre einen so frühen Draft-Pick wert…

Wer sich 2016 in der Mitte seines Fantasy-Drafts Matt Ryan gesichert hat, saß jeden verdammten Sonntag grinsend auf dem Sofa. Aber kann der Super Bowl-Sieger der Herzen auch diese Saison ohne Kyle Shanahan annähernd die Stats des Vorjahres wiederholen? Und legt Kirk Cousins nochmal so eine Monstersaison hin? Who knows? Der bessere Weg: warten. Derek Carr, Marcus Mariota, Jameis Winston oder Matthew Stafford sind auch später noch zu haben.

4) Tight Ends: Elite – oder warten!

Es gibt Menschen, die draften Rob Gronkowski in Runde 1. Es gibt auch Menschen, die eine Weißwurst grillen. Alles kann, nichts muss. Aber: erstens ist Gronk viel zu verletzungsanfällig, dass sich dieser Reach lohnen würde. Und zweitens gibt es mit Travis Kelce oder Greg Olsen deutlich verlässlichere Vertreter ihrer Zunft, die zwei bis drei Runden später auch noch zu haben sind. Die cleverste Strategie auf dieser Position lautet allerdings: warten.

Erstmal Running Back und Wide Receiver stark besetzen, dann an Quarterback und Tight End denken.

5) Bye Weeks? Sch***egal.

Der EINZIGE Grund, warum zu viele Spieler mit der gleichen Bye Week in seinem Fantasy-Team keine gute Idee sind, ist das Problem, an diesem Wochenende eventuell keine komplette Startformation aufstellen zu können. Wenn euer Commish unvollständige Teams mit 0 Punkten bestraft (was er definitiv tun sollte), ist der Spieltag definitiv im Eimer.

Anständige GMs sollten aber generell dafür sorgen, Spieler mit Bye Weeks auszutauschen – und wenn es davon zu viele im eigenen Team gibt, muss man sich zwangsläufig vielleicht von dem einen oder anderen heißgeliebten Spieler trennen, um auf dem Waiver Wire für Ersatz zu sorgen. Scheiden tut weh.


Beim nächsten Mal gibt’s Tipps zu PPR vs. Standard, Rookie Running Backs – und so weiter. Und sofort.

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Die Menschen müssen mehr Fantasy Football spielen.

Es grüsst euch

Detti

 

Video-Quelle: YouTube

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Geschrieben von Detti
Fantasy Nerd - Seahawks-Fan seit den frühen 2000ern (als Mike Holmgren dünn war und Matt Hasselbeck Haare hatte) - Kellerkind - königlich-bayrisches Konsulat der Footballerei