Bevor wir euch ab nächster Woche die besten Sleeper-Kandidaten auf jeder Position für die Saison 2017 verraten, tauche ich ich heute nochmal tief in die Abgründe des Fantasy Football-Universums ein und beschäftige mich mit Themen, mit denen sich jeder GM während des Jahres auseinandersetzen muss: unser Footballerei 1×1 zu Waiver Wire/Bye Week/Trades!

Es gibt viele Gründe, während einer Saison sein Fantasy-Team zu verbessern, zu ergänzen, anzupassen  – oder gleich bis auf die Grundmauern niederzubrennen und ganz neu wieder aufzubauen. Jeder GM muss nun mal auf Verletzungen reagieren oder sollte dafür sorgen, dass sein Team auch während der Bye Weeks in der NFL komplett aufgestellt ist und nicht in Unterzahl antritt.


Genauso sollte jeder GM die Möglichkeit nutzen, Schwachstellen im eigenen Team auszumerzen und daraus Kapital schlagen, dass er dagegen auf anderen Positionen ein Überangebot hat und durchaus in der komfortablen Lage ist, mal nen Spieler abgeben zu können. Er macht es ja nicht umsonst – und bekommt im Gegenzug aus dem Team eines anderen GMs das vielleicht letzte fehlende Puzzleteil zum Fantasy-Titel.


Waiver Wire (Free Agents): zuschlagen – aber zum richtigen Zeitpunkt!

Woche 1. Voller Hoffnung. Und mit bestem Wissen und Gewissen. Der Fantasy-Draft ist ja gut gelaufen… Alles ist bereit für den Weg zur Unsterblichkeit. Und dann: reisst sich der starting RB und eigene 1st Round-Pick nach 13 Sekunden im zweiten Viertel der Saison das Kreuzband. Herr Jesus. Wie besprochen.

Jetzt ist Handeln angesagt. Und für den Fall, dass man nicht clever genug war, sich als Sicherheitsnetz den Ersatzmann im NFL-Team bereits im Draft geschnappt zu haben, muss man nun darauf hoffen, diesen auf dem Weg über das ‚Waiver Wire‘ zu bekommen.

In den meisten Ligen sind die Free Agents (also alle Spieler, die nicht im Draft gepickt beziehungsweise während der Saison aus einem Fantasyteam geschmissen wurden) nämlich nicht zu jeder Zeit ‚available‘, sondern mit dem Kickoff des laufenden Spieltags bis zur Mitte der kommenden Woche ‚gesperrt‘.

Wer nun die Chance auf diese Free Agents hat, hängt von der Reihenfolge im ‚Waiver Ranking‘ ab, d.h. der an Position 1 gelistete GM hat den ersten Zugriff, danach Position 2 etc. – wie im realen NFL Draft eben. Ist ein solcher ‚Waiver Claim‘ erfolgreich, rutscht der GM ans Ende des Waiver Wire Rankings – und muss nun ziemlich viel Geduld haben, bis er wieder nach vorne krabbelt.

Generell lautet das Motto: clever sein. Nicht jeder Furz ist nen Waiver Claim wert. Bis man sich nämlich danach zurück an die Spitze gekämpft hat, kann viel Zeit vergehen. Oh ja.

Bye Week – oder: überraschend ist anders.

Wichtig: verschwende niemals einen Waiver Claim auf nen Kicker, den du aufgrund einer Bye Week austauschen musst. Blödsinn. Genauso gilt dies für IDPs, die durch Bye Weeks ersetzt werden müssen. Die richtig guten Spieler werden normalerweise eh nicht rausgeworfen (werden sie es doch, heisst es natürlich: zuschlagen!) – und auf diesen Positionen gibt es genügend Vertreter, für die man keinen Waiver verschwenden muss. Man holt sie sich einfach, sobald sie wieder für alle ‚frei‘ sind (nämlich nachdem alle Claims der Woche durchgeführt wurden).

Bye Weeks kommen nicht überraschend! Daher kann man durchaus schon mal ein paar Wochen im Voraus planen.

Ärgerlich wird es nur dann, wenn man sich durch zu viele Spieler im Team, die gleichzeitig spielfrei haben, in arge Bedrängnis bringt. Dann droht: zwangsläufig der Rausschmiß von einem (oder mehreren) heißgeliebten Spieler(n), um an diesem Spieltag mithilfe von Free Agents nicht in Unterzahl antreten zu müssen.

Oder aber man pfeift darauf, an diesem Spieltag komplett aufzulaufen und belässt den/die Spieler mit Bye Week einfach in der Startaufstellung – in der Hoffnung, man gewinnt sein Matchup trotzdem oder kann diese Niederlage mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf durchaus verkraften.

DIESE VARIANTE IST ABER EIN ABSOLUTES NO-GO!

Würde jeder GM so handeln, macht das Ganze keinen Spaß mehr und es würden nur noch Teams in Unterzahl gegeneinander spielen, um bloß keinen Spieler aus dem eigenen Team entlassen zu müssen. Lasst es sein – Ehrenkodex. Ist wie bei den Marines.

Trades: NICHT JEDER WILL EUCH BESCHEISSEN!

Seit Jahren in meinen Fantasy-Ligen ein absolutes Ärgernis: keiner will traden! Keiner. Sind es während der kompletten Saison eine Handvoll Deals, die zustandekommen, sind das schon viel. Sehr viel.

Mir ist in all den Jahren nie ganz klar geworden, warum die Leute so selten bereit sind, ein Geschäft zu machen. Meine Erklärung: jeder GM hat eine Heidenangst, über den Tisch gezogen zu werden. Da hilft es auch nix, dass jede Fantasy-Liga theoretisch die Möglichkeit bietet, vom Vetorecht bei Trades Gebrauch zu machen.

Entweder die einzelnen GMs können ‚Einspruch‘ einlegen (bei >50% Ablehnung aller Teams kommt der Trade nicht zustande) oder der Commish darf mit der Axt dazwischenhauen, wenn er das Gefühl hat, dass hier a) einer der beiden beteiligten GMs übers Ohr gehauen wird oder b) ein ‚Freundschaftsdeal‘ unter Kumpels stattfindet.

Beides legitime Gründe, einen Trade abzulehnen. Voraussetzung dafür ist aber: ein Trade kommt überhaupt zustande!

Leute, eigentlich ist die Sachlage doch klar. Wenn’s beiden nicht wehtut und jeder etwas davon hat – tut es. Alles kann, nichts muss. Außerdem sind wir erwachsene Menschen. Keiner wird zum Trade gezwungen. Traut euch. Amen.


So, strategisch wärt ihr damit jetzt einigermaßen vorbereitet, denk ich. Hoff ich. Hier geht’s demnächst weiter mit den besten Schläfern für jede Position.

P.S.: unsere Fantasy-Gruppe bei Facebook:

https://www.facebook.com/groups/247657742307553/

 

Die Menschen müssen mehr Fantasy Football spielen.

Es grüsst euch

Detti

 

Video-Quelle: YouTube

Teilen:
Detti
Geschrieben von Detti
Fantasy Nerd - Seahawks-Fan seit den frühen 2000ern (als Mike Holmgren dünn war und Matt Hasselbeck Haare hatte) - Kellerkind - königlich-bayrisches Konsulat der Footballerei