Was machen, wenn man(n) so viel Geld hat, dass man es nicht schafft, es auszugeben? Wenn man bereits einen Privat-Jet, diverse Luxus-Immobilien und eine Südsee-Insel besitzt? Richtig, man kauft sich einen Sport-Klub. Was in Deutschland (noch) verpönt ist, ist in den USA seit Jahrzehnten ganz normal. Alle Profi-Teams – ob NFL, NBA, NHL oder die Major League Soccer – sind in der Hand von privaten Investoren. Wir stellen euch die reichsten Team-Besitzer der NFL vor.

Jerry Jones (74)

Dallas COwboys Owner Jerry Jones

Der „Bruce Allmächtig“ der Dallas Cowboys. Böse Zungen behaupten, nicht Headcoach Jason Garrett stellt die Mannschaft auf, sondern Besitzer Jones. Wobei sich der glühende Tony Romo-Fan in der aktuellen Quarterback-Diskussion überraschend dezent zurückhält. Er sieht halt auch, dass Super-Rookie Dak Prescott eine Sahne-Saison spielt…


Reich geworden ist Jones (früher selbst ein erfolgreicher College-Football-Spieler) mit der Gründung eines Gas- und Erdöl-Konzerns in Arkansas. Sein heutiges Vermögen wird auf über 4 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Die Cowboys kaufte er sich bereits 1989. Für einen „Schnäppchen-Preis“ von 150 Millionen US-Dollar. Heute gilt das Team aus Texas als teuerstes Sport-Team der Welt (vor Real Madrid und dem FC Barcelona). Aktueller „Wert“ der Cowboys: 4,2 Milliarden US-Dollar.


Paul Allen (63)

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DER REICHSTE unter den reichen Team-Besitzern. Seit 1997 verleiht er den Seattle Seahawks wieder Flügel.

Allen gründete zusammen mit Bill Gates „Microsoft“. Der umtriebige Geschäftsmann (gilt als Visionär der vernetzten Welt) wird auf ein Privat-Vermögen von fast 19 Milliarden US-Dollar geschätzt. Damit gehört er laut „Forbes“ zu den 40 reichsten Menschen der Welt.

194 Millionen US-Dollar hat Allen vor 19 Jahren für die Seahawks hingeblättert. Die standen damals kurz vorm Verkauf nach Kalifornien. Eine Investition, die sich gelohnt hat. Heute wird der Wert der „Legion of Boom“ auf knapp 1,4 Milliarden US-Dollar taxiert.

Allen päppelte die Seahawks wieder auf. Krönung: Der erste Super Bowl-Sieg ihrer Geschichte (2014). Aus dem Tagesgeschäft hält sich der Mäzen weitgehend heraus. Der Mann hat genug zu tun. Neben seinen zahlreichen Technologie-Firmen gehört ihm auch das NBA-Team Portland Trail Blazers. Zudem ist er an der MLS-Mannschaft Seattle Sounders beteiligt.


Shahid Khan (66)

Happy Birthday to the best owner in all of sports, Mr. Khan!

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Der geschäftstüchtige Pakistani gönnte sich 2012 die Jacksonville Jaguars. Der Industrie-Mogul (ihm gehört der Automobil-Zulieferer Flex-N-Gate) machte stolze 770 Millionen US-Dollar für den dauererfolglosen Klub aus Florida locker.

Ist der irre? Dachten viele. Aber die investierte Kohle hat sich für Besitzer „King Khan“ längst gelohnt. Heute schätzt „Forbes“ den Wert der Jaguars auf stattliche 1,2 Milliarden US-Dollar. Heißt: Khan hat bislang über satte 50% Gewinn gemacht.

Kurios: Eigentlich wollte sich Khan (privat fast 7 Milliarden US-Dollar schwer) die St. Louis Rams unter den Nagel reißen. Da machte ihm aber Stan Kroenke (siehe unten) einen Strich durch die Rechnung. Also setzte Khan Plan B um – und schnappte sich die Jaguars.

Beendet war seine Shopping-Tour damit aber noch nicht. Im Juli 2013 kaufte er Mohamed Al Fayed auch noch den englischen Fußball-Klub FC Fulham für geschätzte 300 Millionen US-Dollar ab.


Stan Kroenke (69)

Los Angeles Rams owner Stan Kroenke smiles after a press conference talking about number one draft pick Jared Goff at the Courtyard by Marriott on Thursday, April 28, 2016 in Los Angeles.  (Photo by Keith Birmingham Pasadena Star-News) @nfl @larams #photo

Der „Dagobert Duck“ aus Missouri hat zwei große Leidenschaften: Immobilien und Sport. Er besitzt viele Grundstücke und Einkaufszentrum. Und hat dank seiner Frau Ann Walton Kroenke (Erbin von „Walt Mart“) auch ne Menge „Spielgeld“ zur Verfügung.

2010 kaufte Kroenke nach einem Bieter-Streit die St. Louis Rams für 750 Millionen US-Dollar. Heute sind die Rams das Doppelte wert. Nach ihrem Umzug nach Los Angeles erwarten Experten in nächster Zeit einen Anstieg des Team-Werts auf 3 Milliarden Dollar…

Kroenke (Privatvermögen knapp 8 Milliarden US-Dollar) ist ein echter Sport-Mogul. Neben den Rams gehören ihm die Teams Denver Nuggets (NBA), die Colorado Avelanche (NHL) sowie die Colorado Rapids (MLS). Zusätzlich ist er Mehranteilseigner vom englischen Fußball-Klub Arsenal London!


Robert Kraft (75)

Game ball for #TB12

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Er hat die Lizenz zum Gelddrucken. Kraft wurde in der Papier- und Verpackungsindustrie reich und hat heute ein geschätztes Privat-Vermögen von 4 Milliarden US-Dollar.

Bereits 1994 hat er sich die New England Patriots unter den Nagel gerissen. Zum Preis von 172 Millionen US-Dollar. Damals eine Rekord-Summe bei Klub-Verkäufen. Heutiger Wert der Franchise: ca. 3,4 Milliarden US-Dollar. Noch Fragen?

Mit Kraft am Ruder wurden die Patriots zum besten NFL-Team der Neuzeit. Okay, Tom Brady hat sicherlich auch einen Anteil daran…

Fan der Patriots ist Kraft übrigens schon seeehr lange. Er ist Dauerkarten-Inhaber seit 1971. 1996 legte er sich dann auch noch MLS-Team New England Revolution zu.

Seit 2002 spielen die Patriots und Revolution im neugebauten Gilette Stadium in Foxborough. Drei Mal dürft ihr raten, wer der Besitzer dieser Arena ist… Genau, der Kraft Robert.


Stephen Ross (76)

Week 8: Miami Dolphins Vs. New York Jets

Auch der Eigentümer der Miami Dolphins hat seine Kohle hauptsächlich mit Immobilien-Geschäften gemacht. Sein aktueller Kontostand wird auf knapp 7,5 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Insgesamt 1,1, Milliarden US-Dollar ließ Ross Anfang 2009 für den Kauf der Dolphins springen. Im Preis inbegriffen: Das Stadion der Dolphins. Seine Rendite: Ein Wert-Plus von 9% pro Jahr. Eine schöne Anlage…

Sein neuester Plan: KAUF DER FORMEL 1. Zusammen mit Geschäftspartnern aus Katar zeigt Ross großes Interesse daran, Bernie Ecclestone die Rechte abzukaufen. Für zuletzt kolportierte 7 Milliarden Euro…

 

Foto-Quelle: Instagram, Flickr

 

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Kucze
Geschrieben von Kucze
15 Jahre Sport-Redakteur (BZ, BILD, BamS) * jetzt selbstständig * NFL-Fan seit 2001 * Buch-Autor "NFL Boulevard" * Groundhopper