Fantasy Football wird euer neues Lieblingshobby. Punkt.

Vergesst den Buchclub, Live-Rollenspiele, Hallenhalma, Gamer-Conventions oder die sonntägliche Schafkopfpartie. Da sind sich eure Freunde von der Footballerei sicher. Sogar sehr sicher. Der Grund: wir selbst sind bereits seit Jahren durchweg mit einem Virus infiziert, gegen den wir noch kein Gegenmittel gefunden haben. Das Beste daran? Wollen wir auch gar nicht.


Damit auch ihr eurem Leben einen Sinn geben könnt, werden wir euch an die Hand nehmen und in das Geheimnis der Fantasy Footballerei einweihen. Folgt uns – und alles wird gut werden.

Falls ihr euch fragt, warum wir euch mitten in der Offseason mit dem Thema bombardieren: Wir tun dies bereits jetzt, um frühzeitig allen die Chance zu geben, rechtzeitig vor Saisonstart an einer Fantasy-Liga teilzunehmen. Oder eine eigene zu gründen – mit euren besten Kumpels, mit denen ihr schon an jedem verdammten Sonntag zusammen vor der Glotze sitzt. Es wird Zeit, eure Beziehung nochmal zu vertiefen.

Und denjenigen, die momentan noch allein auf weiter Flur stehen und tatsächlich zu viele Menschen kennen, die sich nicht für die NFL interessieren (!), wollen wir die Möglichkeit geben, durch uns Gleichgesinnte zu finden, mit denen man endlich einem gemeinsamen Hobby nachgehen kann. Bisschen so wie im Swingerclub. Alles kann, nichts muss. Hauptsache, ihr sitzt nackt vorm PC.


Fantasy Football – was ist das eigentlich??

Gute Frage. Wie kürzlich bereits in unserem Podcast erwähnt, kann man das Konzept des Fantasy Football grob mit den in Deutschland momentan noch deutlich bekannteren ‚Managerspielen‘ aus dem Fußball vergleichen. Eigentlich haben das die Freunde des runden Balles gar nicht verdient – liegt der Verdacht doch eindeutig nahe, dass die Schöpfer solcher Online-Manager erstmal den Blick über den großen Teich gewagt haben, um festzustellen, dass die Idee, Menschen die Möglichkeit zu geben, ein eigenes Team aus realen Bundesligaprofis zusammenzustellen, Gold wert sein könnte.

Kurz gesagt: im Fantasy Football geht es darum, NFL-Profis auszuwählen, die dann in der virtuellen Form eines eigenen Fantasy-Teams durch ihre ‚tatsächlichen‘ Leistungen während eines NFL-Spiels diesem Team Punkte verschaffen. Und wer am Ende des Spieltags mehr Punkte gemacht hat, gewinnt an diesem Wochenende das direkte Duell gegen seinen Widersacher. Ganz einfach.

Würden beim Fußball Tore von Lewandowski sowie dessen Noten-Bewertung durch einen Journalisten Punkte fürs Manager-Team bringen, sind es beim Fantasy Football jeder Touchdown, jedes Yard, jedes Field Goal und (abhängig von der Liga) auch jeder Tackle eines Defensivspielers.

Wirft Big Ben ne 60-Yard-Bombe auf Antonio Brown, klingelt’s auf dem Scoreboard all jener Fantasy-GMs (‚General Manager‘), die einen der beiden (oder beide) im Kader haben. Und das Beste daran: es passiert alles live und unmittelbar! Jeder Fantasy-Punkt erscheint sofort auf dem Handy oder Tablet – und jeder Spielzug kann eine Fantasy-Partie innerhalb von Sekunden drehen. Drama, Baby!

Es gibt jeden NFL-Spieler nur einmal!

Ein wichtiges Kriterium ist allen Fantasyligen gemein: es gibt jeden NFL-Spieler nur einmal!

Die Teams haben kein Budget/Salary Cap o.ä., das Auswahlkriterium ist simpel: Wer zuerst dran ist, darf zuerst zuschlagen. Daher ist die Reihenfolge im Fantasy-Draft (der meist wenige Tage vor Saisonbeginn live stattfindet) nicht ganz unwichtig – wie im realen Draft der NFL halt auch.

Es sitzen hier also alle GMs zu einem vereinbarten Termin gleichzeitig vor ihren Rechnern und kauen sich die Fingernägel wund. Im Idealfall hat sich jeder Nerd einen Schlachtplan zurechtgelegt, eine Strategie, die einem Laptop-Trainer das Hörnchen schwellen ließe – nur um sie 5 Minuten nach dem ersten Draft-Pick komplett in die Tonne zu treten.

Während der Saison bedient man sich dann auf dem ‚Free Agent‘-Markt – hier tummeln sich alle Spieler, die noch nicht in einem Fantasy-Team untergekommen sind. Wer den Zugriff auf die (z.B. durch Verletzungen prominenter Starter) plötzlich begehrten Kandidaten hat, wird per festgelegter Reihenfolge über das sogenannte ‚Waiver Wire‘ bestimmt.


Wo und wie spiele ich Fantasy Football???

Solltet ihr in eurem Freundeskreis nicht gerade einen Programmierer mit zuviel Freizeit haben, empfiehlt es sich, Fantasy Football über eine der großen Online-Plattformen zu spielen. Die leiten euch genau an und informieren, was zu tun ist, egal ob es darum geht, ne eigene Liga zu gründen oder bei einer öffentlichen Liga einzusteigen.

Wir haben euch mal vier der bekanntesten Plattformen aufgelistet:

http://fantasy.nfl.com/?icampaign=fty-nav-nflcomfantasy_nav

https://football.fantasysports.yahoo.com/f1/signup

http://www.espn.com/fantasy/football/

http://www.cbssports.com/fantasy/games/football/

Anklicken, registrieren, fertig. Fantasy Football ist kostenlos (in den USA gibt es auch Ligen, in denen man um Geld spielen kann – aber das ist aus unserer Sicht nicht der Anreiz bei der ganzen Sache).


Welches Format wähle ich für meine Fantasy Football Liga?

Vorab: jede Fantasy-Liga braucht einen Commissioner! Was wäre die NFL ohne Goodell? Eben. Um nicht genauso beliebt zu sein wie das große Vorbild, kann der Liga-Leiter aber durchaus demokratische Elemente in seinen Führungsstil einfließen lassen. Alles kann, nichts muss.

Neben der Größe der Liga ist entscheidend, mit welchem ‚Scoring System‘ gespielt wird. Hier mal einige Optionen, über die sich der Commissioner eurer Liga vor Saisonstart Gedanken machen muss:

  • ‚Head-to-head‘ – der gängige und sinnvollste Spielplan, bei dem man es jede Woche mit einem gegnerischen Team aus der Liga zu tun hat. Hat man mehr Punkte als der Kontrahent, gewinnt man das Match. Ganz einfach.
  • ‚Total Points League‘ – eine Alternative zum Head-to-Head-Modus. Hier entscheidet einzig die Anzahl der erzielten Gesamtpunkte über den Tabellenstand. Zwar in der Gesamtabrechnung fairer – aber mit deutlich weniger Kick, da man am Gameday keinen direkten Gegenspieler hat.
  • PPR-Liga vs. Standard Scoring – während in einer PPR (‚Points-per-Reception‘)-Liga Spieler mit vielen Catches einen höheren Wert haben, zählen im Standard-System nur die erzielten Yards und TDs (Beispiel: Edelman 6 Catches, 60 Yards -> PPR vs. DeSean Jackson 2 Catches, 80 Yards, 1 TD -> Standard).
  • Keeper/Dynasty – für langjährige GMs eine gute Möglichkeit, etwas Nachhaltigkeit in die Geschichte zu bringen. So kann man festlegen, dass pro Fantasy-Team einer oder mehrere Spieler (‚Keeper‘) für die kommende Saison im Team verbleiben oder gar der komplette Kader übernommen und nur durch NFL-Rookies im Fantasy-Draft ergänzt wird (‚Dynasty‘).
  • Punkte für Defensivspieler (‚IDPs‘) – es gibt die Möglichkeit, neben den Offensivspielern im Kader noch Verteidiger ins Roster zu nehmen. Bei ihnen werden dann natürlich nicht Yards als Leistungsnachweis gezählt, sondern Tackles, Sacks, Interceptions und Forced Fumbles.


Macht euch schlau, ob ihr genügend Freunde/Bekannte/Arbeitskollegen zusammentrommeln könnt, um eine eigene Liga zu gründen. Minimum hierbei sind 8 Teams – maximal sollten nicht mehr als 14 Teams pro Liga am Start sein. Für den Fall, dass ihr zu wenig Mitstreiter für eine eigene Liga habt, gibt es neben der Möglichkeit, an einer öffentlich zugänglichen Liga teilzunehmen, natürlich auch Hilfestellung durch uns!

Über unsere neue Facebook-Gruppe ‚Fantasy Footballerei‘ bieten wir wir hilfesuchenden Fans die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen, Fragen zu diskutieren und zusammen Ligen auf die Beine zu stellen. Den Link gibt’s hier:

https://www.facebook.com/groups/247657742307553/

 

Wir fassen zusammen: die Menschen müssen mehr Fantasy Football spielen.

Danke für die Aufmerksamkeit.

Voller Liebe grüsst euch

Detti

 

Foto-Quelle: Instagram

Video: YouTube

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Detti
Geschrieben von Detti
Ehemaliger Flag-Footballer - Fantasy-Nerd - Seahawks-Fan seit den frühen 2000ern (als Mike Holmgren noch dünn war und Matt Hasselbeck noch Haare hatte...) - einziger Bayer in der Runde